Fairtrade: Wie Ottweiler zur Fairtrade-Stadt werden will

Fairtrade : Wie Ottweiler zur Fairtrade-Stadt werden will

Kommune nimmt die ersten Hürden und bietet auch den Kindern in der Kita Lehbesch Informationen zu gerechten Produkten.

Eine aufgeblasene Erdkugel hielt Ingrid von Osterhausen von der Fairtrade-Initiative Saarland hoch. Anhand der Kugel erklärte sie den Kindern der Lehbesch-Kita in Ottweiler die Lage von Europa, Afrika und Asien. Und führte zum Thema „Fairer Handel“ hin. Anhand von Kurzfilmen und einer Powerpoint-Präsentation vertiefte sie das Gesagte. Sichtlich interessiert verfolgten die Lehbesch-Kinder mit Begeisterung ihren Vortrag und nahmen später an der  abschließenden Verkostung von Produkten aus fairem Handel teil.

Auf kindgerechte Weise vermittelte von Osterhausen Informationen und Zusammenhänge zum Fairtradeprinzip und zur Fairtradekampagne, an der die Stadt Ottweiler beteiligt ist. Es ging mittels einfacher Fragen und  Antworten um die Herkunft von Bananen, Kaffee- oder Kakaobohnen und die Herstellungsbedingungen. Der Begriff „fair“ war schnell geklärt. Den kannten die Kinder ohnehin schon. Kurz, die Referentin schilderte, dass durch den Kauf von Fairtrade-Erzeugnissen, die teilweise im Ottweiler Einzelhandel erhältlich sind, unsere Welt, wenn auch nur ein bescheidenes Stück weit, besser werden kann, denn fairer Handel ist eine Strategie zur Linderung von Armut und zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung.

Nach Beschluss des Stadtrates soll die Stadt Ottweiler zur Fairtrade-Stadt erklärt werden, wozu einige Hürden zu nehmen sind. So wurde mit der aktuellen Informationsveranstaltung ein Anfang gemacht. Schulen und andere Einrichtungen sollen von den Mitgliedern der lokalen Steuerungsgruppe zum Mitmachen bewegt werden. In diese sind von Bürgermeister Holger Schäfer folgende Personen berufen: Armin Bettinger, Vorsitzender des Ottweiler Gewerbevereins, Iris Schulz, Leiterin der Kita Lehbesch, Ursula Pontius vom Naturkostladen, Ingrid von Osterhausen und Diana Rode, beide von Fairtrade Saarland, Kofi Okantah, Fairtrade-Botschafter und Ottweiler Bürger, und Ralf Hoffmann von der Stadtverwaltung.

Kofi Okantah, der bei der Veranstaltung am Lehbesch dabei war, sagte: „Ich hoffe, dass wir auf dem Weg zu Fairtrade weiter vorankommen und bin und bleibe in diesem Punkt zuversichtlich. Ich danke dem Kita-Team für diese Veranstaltung.“ Auch Ingrid von Osterhausen war zufrieden: „Ich biete der Kita Lehbesch gerne an, sie auf dem Weg zur fairen Kita zu begleiten und, wenn gewünscht, regelmäßig nach Ottweiler zu kommen.“

Ergänzend kamen die Kriterien des fairen Handels zur Sprache: Der faire Preis und faire Lohn sollen im Dialog festgelegt werden und unabhängig von den Schwankungen der Weltmarktpreise die Existenz der Produzenten sichern. Das Arbeitsumfeld im Erzeugerland sollte sicher und gesundheitsverträglich sein. Ausbeutung, Kinder- und Sklavenarbeit sind demnach verboten. Auch sollte die Gewerkschaftsfreiheit gegeben sein. Frauen sollten immer für ihren Beitrag im Herstellungsprozess angemessen bezahlt und innerhalb ihrer jeweiligen Organisationen gestärkt werden.

Eine größere und gesunde Auswahl an Fairtrade-Produkten stand am nächsten Morgen auf dem Frühstücksbüffet für die Kinder bereit, nicht zuletzt um das Gehörte auch mit den eigenen Sinnen zu erleben. Im Gedanken an kurze Kreisläufe sieht Fairtrade gleichermaßen die Berücksichtigung und Wertschätzung von frischen, gesunden, regionalen Produkten oder Erzeugnissen vor. Ingrid von Osterhausen: „Es geht nicht nur um Schokolade, Kaffee, Tee oder Kakao aus südlichen Ländern.“ Unter dem Motto „Das Saarland lebt gesund“ ermutigt die Fairtrade-Initiative Klein und Groß dazu, sich mehr mit gesunder Ernährung zu befassen. Sie zeigt die Herkunft und Herstellung auch regionaler Lebensmitteln auf. Fairness im Umgang miteinander soll die Produzenten von Lebensmitteln miteinbinden.