| 20:30 Uhr

Feuerwehr im Landkreis Neunkirchen
Wie der Bär vom Baum geborgen wird

Die Jugendwehr der Stadt Ottweiler, dazu gehören die Löschbezirke Ottweiler, Mainzweiler, Fürth, Steinbach und Lautenbach, gruppieren sich vor einem Löschfahrzeug.
Die Jugendwehr der Stadt Ottweiler, dazu gehören die Löschbezirke Ottweiler, Mainzweiler, Fürth, Steinbach und Lautenbach, gruppieren sich vor einem Löschfahrzeug. FOTO: Jörg Jacobi
Ottweiler. Fünfte Station unserer Serie ist die Stadt Ottweiler: Die fünf Löschbezirke suchen die Kommunikation und die Zusammenarbeit. Von Claudia Emmerich

Das Programm an diesem Abend passt auf ein Din-A 4-Blatt. Thomas Blankenmayer verteilt auch eine Kopie an den SZ-Besuch. Auf dem Papier ist das Gelände der Feuerwehr Steinbach abgebildet, eingezeichnet die Übungsstationen samt Verantwortliche. Der Nachwuchs übt nochmal für die Abzeichen Jugendflammen. Die werden Tage später im Rahmen des Zeltlagers im Freizeitgelände Kerbacher Loch abgenommen. Das Besondere: „Wir machen das Zeltlager und die Abnahme gemeinsam mit den Jugendwehren aus Steinbach, Fürth und Lautenbach“, erzählt Blankenmayer, Jugendwart im Löschbezirk Steinbach.


Jugendflammen sollen motivieren

Schauen wir mal vorbei beim Üben. Jan Drobczynski schickt gerade ein Quartett auf den Parcours. 200 Meter liegen vor Leonie Scheifel (12) Nele Haase (13), Nils Biehl (16) und Nicolas Schäfer (13). Unterwegs heißt es auf der Wiese Hindernisse überwinden, Wassereimer, Schlauch und Strahlrohr einsammeln, am Ende genügend spritzen, damit das Blaulicht blinkt und heult. Das alles auf Zeit. Das Quartett (Nils hilft für Flamme 2 aus, er ist schon auf dem Weg zu Flamme 3) macht gerade Station bei „Sport und Spiel“. Fahrzeuge und Geräte, Absichern Unfallstelle und Technisches (Hydrant setzen, kuppeln, Wasserwerfer) sind weitere Stationen, ebenso Notruf, Stiche und Knoten, Schlauchkunde und nochmal Technisches (Verteiler, Strahlrohr und Hydrantenschild). „Die Flammen sollen die Kinder durch ihre Ausbildungszeit immer wieder motivieren“, erklärt Markus Bernhardt, Stellvertretender Kreisjugendwart, die Abzeichen. Sie werden in drei Stufen vergeben.



Flexibel auf die Gruppe reagieren

Während der Nachwuchs trainiert, beschreiben Verantwortliche der fünf Ottweiler Löschbezirke die aktuelle Situation: Alexander Pütz, Jugendwart Fürth, Björn Schumacher, Jugendwart Ottweiler Zentral, Katharina Freiberger, stellvertretender Jugendwartin Lautenbach, Stefan Rammo, stellvertretender Jugendwart Mainzweiler und „Gastgeber“ Thomas Blankenmayer. Unterschiedlich sei die Lage, auch weil die Rahmenbedingungen unterschiedlich seien: „Es hängt auch immer von der Konkurrenzsituation vor Ort ab: Was gibt es noch an Angeboten für die Kinder? Einen Fußballverein vielleicht oder nicht?“, heißt es aus der Runde. Grundsätzlich beobachten sie auch eine zunehmende schulische Belastung der Kinder: „Kinder melden sich ab, wenn Klassenarbeiten geschrieben werden.“ „Sie brauchen auch Pausen, weil der Tag schon vorher so anstrengend war.“ Folge für die Jugendarbeit: „Flexibel auf die Gruppe und wie die Kinder gerade drauf sind reagieren.“

LBZ-übergreifendes Zeltlager

Die fünf Löschbezirke machen ihre Gruppenstunden noch eigenständig. Aber es gibt zunehmend auch bezirksübergreifende Aktionen. „Die Kommunikation und die Zusammenarbeit wieder stärken“, nennt Andrea Stichter, Beauftragte der Stadt, denn auch als einen wichtigen Punkt ihrer Agenda. Da passt das LBZ-übergreifende Zeltlager mit Flammen gut rein.

Auf der Wache übernachten

Und wie kommt der Bär wieder heil vom Baum runter? Das gehört zum Programm der Feuerwehr Lautenbach bei ihren Berufsfeuerwehrtagen. Eine Aktion, um Nachwuchs für die Wehr zu gewinnen. „Die Kinder übernachten auf der Wache, sie machen kleine Einsätze mit, sie erhalten eine Urkunde“, berichtet Katharina Freiberger. Zu den Einsätzen gehört auch die Bären-Rettung: Der altgediente Feuerwehr-Plüschbär sitzt auf einem Baum und kommt nicht mehr runter. In der Wirklichkeit könnte der Bär eine Katze sein. Die Kinder lernen, den Bären sicher zu bergen – in der Maxime der Feuerwehr „retten, löschen, bergen schützen“. Für das Werbewochenende werden alle Kinder im Dorf, die im richtigen Alter sind, angeschrieben. In Lautenbach zählen sie derzeit beim Nachwuchs (Kinder und Jugendliche zwischen acht und 16 Jahren) übrigens gleich viele Mädchen wie Jungen – 4:4 (siehe „Info“).

Sie waren erfolgreich

Zurück zu den Jugendflammen: Klar, sie haben ihr Abzeichen geschafft im Rahmen des Zeltlagers. Jugendflamme 1: Joao Arvelos, Bastian Würtz, Luca Monni, Jason Steinbach (alle LBZ Steinbach), Elias Haßdenteufel, Jonas Haßdenteufel, Lukas Holzapfel, Tabea Stichter (alle LBZ Fürth), Cheyenne Wagner, Ben Schütz (beide LBZ Lautenbach). Jugendflamme 2: Leon Blankenmayer, Niklas Schulz, Liam Felix Stadelmann, Leonie Scheifel, Nicolas Schäfer, Nele Haase, Sebastian Diesel, Leon Drumm (alle LBZ Steinbach), Chiara Müller (LBZ Fürth), Aileen Batz (LBZ Lautenbach). Jugendflamme 3: Nils Biehl (LBZ Steinbach). < wird fortgesetzt