Wider das Vergessen: Wider das Vergessen

Wider das Vergessen : Wider das Vergessen

Der Landkreis und die Alex-Deutsch-Stiftung haben den ersten Alex-Deutsch-Preis verliehen. Der Preis soll für Toleranz werben.

Im Landkreis Neunkirchen gibt es wohl keinen Schüler, der den Namen Alex Deutsch nicht kennt. Deutsch hatte es sich als Holocaust-Überlebender zur Aufgabe gemacht, junge Menschen über die Gräueltaten des NS-Regimes zu informieren und damit für die Toleranz in unserer Gesellschaft einzustehen.

Zur Würdigung dieses Lebenswerkes haben der Landkreis Neunkirchen und die Alex-Deutsch-Stiftung nun den ersten Alex-Deutsch-Preis in Ottweiler verliehen. Die Auszeichnungen gingen an Horst Bernard und die Schüler der Gemeinschaftsschule Sonnenhügel Völklingen. „Zeitzeugen wie Alex Deutsch, die sich als große Aufklärer gegen den Nationalsozialismus behaupten, werden seltener. Daher ist es wichtig, gerade heute neue Formen des Erinnerns zu finden“, erklärte Kultusminister Ulrich Commerçon. Der Preis, der als eben solche Form der Erinnerung auch die Toleranz in unserer heutigen Gesellschaft würdigt, ist in größerer Form in der Alex-Deutsch-Schule in Wellesweiler zu finden. Die Reproduktion einer Skulptur des Künstlers Seiji Kimoto zeigt zwei Hände, die auf einem Stein befestigt sind und erinnert damit an die Freunde Karl Löb und Alex Deutsch, die während der NS-Zeit von zusammen inhaftiert waren.

Den ersten Alex-Deutsch-Preisträger, Horst Bernard, bezeichnete der Stiftungsvorsitzende Landrat Sören Meng als „unermüdlichen Zeitzeugen“. Bernard leiste „mit seinem Engagement für Toleranz und Miteinander vorbildliche Arbeit“, so Meng. Bernard, der 1934 gemeinsam mit seiner Familie aus Deutschland hatte fliehen müssen und als Initiator des Mahnmals Neue Bremm in Saarbrücken gilt, betrachtete die Auszeichnung „als Würdigung, aber auch als Verpflichtung zur Fortsetzung meiner Arbeit“.

Der zweite Preis des Abends ging an die 545 Schüler der Gemeinschaftsschule Sonnenhügel. Die Schülerschaft, die insgesamt aus 20 verschiedenen Ländern stammt, hatte sich laut Sören Meng besondere Mühe bei der Bewerbung um den Preis gegeben: „Die Schüler haben selbst gestaltete Unterlagen eingereicht, in denen sie verdeutlichen, wie sehr sich die Schule für ein gemeinsames Miteinander einsetzt“. So zählen zu den Aktionen der Schule unter anderem Schweigemärsche, eine Suchaktion gegen Nazischmierereien in Völklingen und zahlreiche Spendensammlungen. Schulleiterin Gisela Bodamer nahm den Preis mit einigen Schülern sichtlich geehrt entgegen.

Dankesworte hörten die Preisträger auch von Doris Deutsch, die als Witwe von Alex Deutsch dessen Werk weiter fortsetzt: „Ich freue mich, dass durch diesen Preis das Engagement meines Mannes weiter gewürdigt wird“, erklärte sie. Doris Deutsch war erst mit Karl Löb bis zu dessen Tod verheiratet. Später heiratete sie dann Löbs Freund Alex Deutsch und beteiligte sich intensiv an dessen Arbeit gegen das Vergessen.

Die zweite Verleihung des Alex-Deutsch-Preises soll 2019 stattfinden.

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