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„Werte sind das Fundament“

Ottweiler. Über das Thema Gesundheitswerte haben am Montag in Ottweiler Prinz Asfa-Wossen Asserate und Christian Altschuh gesprochen. Während Asserate einen historischen Abriss über Inhalt und Wandel von Werten gab, sprach Altschuh über Werte aus Unternehmenssicht. Claudia Emmerich

Beide Referenten hatten eine Rätselfrage mitgebracht: "Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer." Aus welchem Jahrhundert dieses Zitat wohl stamme, wollte Prinz Asfa-Wossen Asserate wissen. "Sokrates , 400 vor Christus", kam die schnelle und richtige Antwort aus dem Auditorium. "Was kostet die Entwicklung eines Medikaments?", tippte Dr. Christian Altschuh an und stellte drei Zahlen zur Auswahl. Die Mehrheit der Zuhörer entschied sich für die größte Zahl - eine Milliarde Euro. Kopfnicken des Fragenden.

Asserate und Altschuh referierten am Montagabend in Ottweiler beim zweiten Gespräch "Gesundheitswerte" in den Räumen der Ottweiler Baugesellschaft (OBG). Eine Gesprächsrunde unterstützt von der Stadt Ottweiler , dem Pharmaunternehmen MSD und organisiert von der Agentur WortReich. Der Eine, vorgestellt als Historiker und Jurist, Unternehmensberater für Afrika und den Nahen Osten sowie politischer Analyst - sprach zum Thema "Werte, Tugenden und Manieren im 21. Jahrhundert". Asserate, Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie , lieferte dabei einen historischen Abriss über Inhalt und Wandel von Werten und ihre Bedeutung für die Gesellschaft: "Werte sind das Fundament der Gesellschaft. Verliert die Gesellschaft den Sinn, das Bewusstsein der Werte, verliert sie ihren Klebstoff." Der Andere, vorgestellt als Kenner des Bereiche Apotheke, Krankenkassen und Pharmaindustrie sowie Manager für Gesundheitspolitik bei MSD, machte Aussagen zum Wirken und Selbstverständnis eines großen Pharmaunternehmens wie MSD mit 50 000 Mitarbeitern weltweit, sprach vom angestrebten Ziel, möglichst vielen Menschen Zugang zu Versorgung und Medikamenten zu sichern. "Auch Unternehmen haben Werte", stellte Altschuh fest. Diese müssten sich einfügen ins gesellschaftliche Wertesystem.

Die Zuhörer waren von Moderator Dr. Jörg Michel - Naturwissenschaftler und Theologe - aufgefordert, sich ins Gespräch einzubringen. Von ihnen kam das Stichwort Einsatz der Pille gegen die Bevölkerungsexplosion in Afrika. Und sie wollten gerne eine Einordnung, wie sich eine christliche geprägte Gesellschaft heute mit einer multikulturell geprägten und auch säkularisierten Gesellschaft vertrage.



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