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Wer trifft mit seiner Prophezeiung ins Schwarze?

Wer trifft mit seiner Prophezeiung ins Schwarze?

Wer einen Zauberer auf der Hand hat, hat schon mal gute Chancen, einen Stich zu machen. Mit dem Narren sieht's schon schlechter aus. Die Spielelagune Ottweiler hatte zum „Wizard“-Turnier eingeladen.

. Begeisterte Kartenspieler aus dem ganzen Saarland fanden sich am Freitagabend im Sitzungssaal des Ottweiler Rathauses zusammen, um den besten Spieler in "Wizard" zu finden. Veranstalter des Turniers war die Spielelagune Saar, die in der Vergangenheit schon öfter Wettbewerbe dieser Art veranstaltet hat.

Vor dem Turnier wurde zunächst über den Modus abgestimmt, wobei sich die Teilnehmer auf drei Spielrunden für jedermann einigten, ehe dann die Besten an den Finaltisch kommen sollten. Teilnahmeberechtigt waren alle Interessierten, wie zum Beispiel auch Björn Flaccus aus Ottweiler . "Wir sind durch Zufall in der Zeitung auf das Turnier aufmerksam geworden", verriet der 13-Jährige, der mit seiner ebenfalls am Turnier teilnehmenden Mutter Monika gekommen war.

Die Regeln von "Wizard" sind schnell erklärt. Ziel ist es, eine vom Spieler selbst vorher angesagte Anzahl von Stichen zu machen. Das Spiel wird mit 60 Karten gespielt, darunter 52 Karten in den Werten 1 bis 13 in jeweils vier verschiedenen Farben, sowie jeweils vier Narren- und vier Zauberer-Karten. Die Spieler erhalten zunächst eine bestimmte Anzahl an Karten, die sich in jeder neuen Spielrunde um eins erhöht. Nun darf jeder Spieler ansagen, wie viele Stiche er sich in der Spielrunde zutraut. Der Zauberer genießt dabei den höchsten Wert und schafft sehr oft einen Stich, mit einem Narr dagegen kann man einen Stich vermeiden. Karten in der Farbe der sogenannten Trumpfkarte bieten einen größeren Vorteil als Karten in den anderen drei Farben. Wenn jeder Spieler die Anzahl seiner Stiche geschätzt hat, wird mit dem Abwerfen der Karten begonnen; die Runde endet, nachdem jeder Spieler alle seine Karten gelegt hat. Stimmt die Prognose eines Spielers mit der tatsächlichen Anzahl seiner Stiche überein, werden ihm je nach Anzahl der Stiche Punkte gutgeschrieben. Bei falscher Ansage erhält der Spieler Minuspunkte. Sind alle Spielrunden gespielt, gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.

"Manchmal kann eine vermeintlich gute Karte doch nicht so gut sein und man muss deswegen seine Strategie ändern", erklärt Björn Flaccus. "Blaue Augen gibt's bei dem Spiel zum Glück keine, man muss ein bisschen nachdenken und natürlich gehört auch Glück dazu", fasst Gerhard Leist aus Auersmacher den Reiz von "Wizard" zusammen. Andreas Lauer aus Gersweiler, vergangenes Jahr Zweiter beim Turnier der Spielelagune, ergänzt: "Das Spiel macht einfach Spaß, es ist total offen." Er spiele daher oft und gerne im Kreis der Familie.

Schließlich standen auch die vier Besten des Wettbewerbs fest. Gewinner des Turniers wurde Udo Möller aus St. Wendel, ihm folgten Torsten Brückner aus Blieskastel, Monika Flaccus und der Saarbrücker Lukas Lauer auf den Plätzen zwei bis vier. Das Quartett freut sich nun über seine Qualifikation für die Deutsche "Wizard"-Meisterschaft Anfang Juni im hessischen Hofheim am Taunus. Die beiden Bestplatzierten dort dürfen schließlich Deutschland bei den International Wizard Championships in einem noch zu verkündenden europäischen Ort vertreten.