Windkraft-Diskussion: Wer schützt die Natur ?

Windkraft-Diskussion : Wer schützt die Natur ?

Der Wespenbussard hat sich in Steinbach ein Denkmal verdient, zumindest aus Sicht der vielen Dorfbewohner, die sich in einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen haben. Der Horst eines dieser Greifvögel nahe dem geplanten Standort für ein Windrad hat dafür gesorgt, dass das Unternehmen ABO Wind seinen Bau-Antrag zurückgezogen hat. Die beiden Türme bleiben den Steinbachern damit bis auf weiteres erspart. Für die Windkraft-Planer ist das bitter. Sie haben einiges an Geld investiert, um das Projekt zu realisieren. Gut möglich, dass der Bussard sein neues Heim erst kürzlich bezogen hat und die Gutachter nichts von ihm wussten. Der Bürgerinitiative wird das reichlich egal sein. Der Vogel hat’s geschafft, im Dorf ist das Gemeinschaftsgefühl dieser Tage groß.

Was auffällt in der Diskussion: Sowohl die Windenergie-Firma als auch die Bürger sehen den Naturschutz auf ihrer Seite. ABO Wind rühmt sich der sauberen Energieerzeugung und mithin des Klimaschutzes. Die Initiativen, ob nun in Steinbach, Lautenbach oder sonstwo, sehen die Natur und ihr eigenes Leben von den hohen Türmen beeinträchtigt. Wer sich die Facebook-Seite der Steinbacher Initiative anschaut, fühlt sich fast schon an die Anti-Atomkraft-Bewegung erinnert. Da werden die tapferen Kämpfer gegen Windräder gerühmt, Fotos zeigen das Sommerfest mit Gitarrenmusik, Transparente besingen die windkraftfreie Zone. Sind Windräder die neuen Atomkraftwerke? Oder ist es das alte Problem: Erzeugt Energie, aber bitte nicht bei mir vor der Tür? Wer sich mit Windrad-Projektierern über die Akzeptanz der Anlagen unterhält, hört schnell: Die Überlandleitungen wollte vor 30 Jahren auch keiner. Die nächste Generation wird die Windräder akzeptieren. Ob das so sein wird? In Steinbach sicher nicht. Die Leute dort schauen schon auf einige Windriesen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft.