Wenn Zahnpasta vom Himmel fällt

Die Ottweiler Fastnachter feierten die Straßenfastnacht teilweise mit ungewöhnlichen Utensilien.

"So lange es nicht stürmt, geht's ja", sagte Monika Welter von der Ottweiler Stadtverwaltung, Organisatorin des Fastnachtsumzugs und blickte gelassen unter ihrem Schirm hindurch auf die startbereite Narrenformation. Sie und Bürgermeister Holger Schäfer (im Merlins-Kostüm) hatten beschlossen, sich vom Regenwetter nicht beeindrucken zu lassen und die Karnevalisten schlossen sich dem bereitwillig an. Musikgruppen ließen Fastnachtsklassiker ertönen und aus Boxen schallten Party-Hits, als man sich mit Schirmen und Capes ausgestattet in Bewegung setzte - von der Illinger Straße in Richtung Stadtmitte. "Man hat sich ja viel Arbeit gemacht, das soll sich auch gelohnt haben", sagte Ulla Brücher, die ein tolles, selbstgemachtes Obelix-Kostüm zur Schau trug. Eine Kung-Fu-Kämpferin alias Marion Schmidt sah das ähnlich: "Natürlich bin ich trotz Regen dabei und es macht großen Spaß!" Grüngesichtige Hexen mit schwarzem Haar, ihre weißgesichtige Kolleginnen mit lila-grünem Haar, Schlümpfe, Tiere aller Art und weitere bunte Gestalten schlossen sich an, außerdem natürlich die Karnevalsvereine der Stadt und aus der Umgebung mit Garden und Prinzenpaar oder Dreigestirnen. Insgesamt 38 Gruppen waren dabei, was laut der Organisatorin Welter im üblichen Rahmen lag.

An den Straßenrändern, vornehmlich im Stadtzentrum, hatten sich zahlreiche Faasebooze eingefunden, um ordentlich zu feiern und Gutzjer einzusammeln. Bei Letzteren war klar im Vorteil, wer gleich zwei oder drei Tüten mitgebracht hatte. Denn die Ottweiler Karnevalisten brachten nicht nur besonders großzügig Bonbons, Popcorn und Chips unter das närrische Volk, sie haben offenbar auch einen Spleen für einen gepflegten Haushalt: Spülschwämme und Waschmittelproben gingen über Bord der Wagen, außerdem Zahnpasta-Tuben oder auch mal ein (originalverpacktes) "Audio-Verbindungs-Kabel".

Auf der Bühne auf dem Schlossplatz sorgten zusätzlich die Stadtmusikanten für Stimmung. Hier vergnügten sich auch Silke Simmrin und Ursel Mehren. "Die Leute in Ottweiler sind cool drauf. Es gibt immer was zu lachen", sagte Simmrin. Susanne und Martin Brandl, die mit Tochter Jacqueline unterwegs waren, sind der gleichen Meinung: "Die Faasebooze hier sind cool. Früher waren wir selbst beim Umzug dabei, heute sehen wir ihn uns mal von außen an."

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