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Fußgängerbrücke
Vorerst keine Barrierefreiheit an Fußgängerbrücke

Bürgermeister Holger Schäfer im Gespräch mit Bauarbeitern bei einem seiner Baustellenbesuche.
Bürgermeister Holger Schäfer im Gespräch mit Bauarbeitern bei einem seiner Baustellenbesuche. FOTO: Ralf Hoffmann
Ottweiler. Geändertes Planungsrecht der Bundesbahn verzögert die Fertigstellung der Aufzugsanlage am Ottweiler Bahnhof.

„Planmäßig steht der Abschluss der Arbeiten für die Neuerrichtung der Fußgängerbrücke am Bahnhof an“, teilte Ottweilers Bürgermeister Holger Schäfer im öffentlichen Teil der Bauausschusssitzung mit. Lediglich einige abschließende Arbeiten sind zu erledigen. „Aber die Herstellung der Barrierefreiheit als ein wichtiges Element in der Gesamtplanung kann durch die DB nicht eingehalten werden“, so Schäfer weiter.


Zuständig und verantwortlich dafür ist der Kooperationspartner der Stadt, die Deutsche Bahn. Die barrierefreie Erschließung durch Anheben der Bahnsteige, der Montage von zwei Aufzügen zur Fußgängerbrücke und das Errichten eines Treppenabgangs von der Brücke zu Gleis zwei sowie das Verfüllen der Gleisunterführung waren ab 2018 vereinbart, sind nun aber auf 2020 verlegt worden. Schäfer: „Das entspricht in keiner Weise unseren gemeinsamen Planungen und ist ein Affront im Hinblick auf die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt.“

Die Stadt Ottweiler hatte den Neubau der Fußgängerbrücke am Bahnhof veranlasst. Der Vorgängerbau aus den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war mit Schäden am Bauwerk behaftet. Bürgermeister Schäfer: „Es gab massive Betonabplatzungen, eine freiliegende und korrodierte Bewehrung, ein an Stellen korrodiertes Geländer, korrodierte Lager, einen augenscheinlichen Durchhang des Überbaus, bemooste Betonflächen, Rostfahnen an den Stützen und stark korrodierte Beleuchtungsmasten.“ Mit Blick auf die langjährige Nutzung entsprachen die Schäden der Lebensdauer des Bauwerks. Die Entscheidung für einen Neubau stand an und wurde vom Stadtrat getroffen. Die Ausschreibung der Arbeiten und die Vergabe an Unternehmen erfolgten. Die Arbeiten begannen im Sommer.



Der Brückenneubau steht im Kontext der Gesamtgestaltung des Bahnhofes. Die Stadt hatte den Bahnhof und die Parkflächen für eine zukünftige öffentliche Nutzung erworben. Die Parkflächen wurden inzwischen auf Veranlassung der Stadt saniert und modernisiert. Die Deutsche Bahn sagte im Sinne ihrer Zuständigkeit eine zeitnahe Ertüchtigung der Bahnsteigzugänge und die Installation von zwei Aufzugsanlagen am Brückenbau zu, damit eine barrierefreie Nutzung umgesetzt werden kann. „Dies war der Grund dafür, weshalb die Rotunde im Einvernehmen mit der DB abgerissen wurde“, so Schäfer. Inzwischen informierte die DB darüber, dass sie ihre Aufgaben erst zu einem späteren Zeitpunkt erfüllen werde und bezieht sich auf ein geändertes Planungsrecht beim Eisenbahn-Bundesamt. Die Stadtverwaltung prüft derzeit, ob sie in Eigenregie andere Lösungen für zumindest eine Aufzugsanlage finden kann.

Die Brücke hat eine Höhe von sechs Metern, eine Länge von 68 Metern. Sie ist als Fachwerk-Stahlstützen-Konstruktion mit einem Aluminium-Fachwerk-Überbau ausgeführt, dies aus Gründen der Wirtschaftlichkeit. Die Nutzungsdauer wird auf circa 80 Jahre angesetzt. Bauherrin der Brücke ist die Stadt. Die Kosten betragen 1,2 Millionen  Euro.