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Vom Himmelglobus bis zur Seekarte

Vom Himmelglobus bis zur Seekarte

Zur Ausstellung „Barock – Nur schöner Schein?“, die noch bis 19. Februar dauert, haben die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim das kulturtouristische Netzwerk „Barockregion“ ins Leben gerufen und auch Ottweiler (neben Zweibrücken, Trier, Speyer und Mainz) darin aufgenommen.

. Das Ottweiler Stadtmarketing plante dazu eine Vortragsreihe mit dem Verein für das Stadtgeschichtliche Museum Ottweiler und den Reiss-Engelhorn-Museen, das teilt das Amt für Öffentlichkeitsarbeit der Stadt mit. Zum Auftakt erfolgte bereits ein barocker Spaziergang mit Hofprediger Hartmut Thömmes. Nachfolgend stand ein Vortrag über Pfarrer Woytt von Professor Horst Schiffler an.

Nun darf man auf einen Abend mit Harald Raber gespannt sein, der sich dem Thema über die Kartografie nähert, wie es weiter heißt. Im Zeitalter moderner Navigationsgeräte und Apps sind Karten eher aus der Mode gekommen.

Ganz anders im Zeitalter des Barock, stellt dieses doch quasi den Übergang vom "Mittelalter" zur "Neuzeit" dar mit einer ungeheuren Entwicklung von Wissen und Technik. Gerade das 17. Jahrhundert wird auch als das "goldene Zeitalter" der Kartografie bezeichnet. Mit dem enormen Anwachsen der geografischen Kenntnisse immer größerer Teile der Welt durch die Entdeckungs- und Handelsfahrten, die Verbreitung des Buchdrucks und dem Aufkommen eines reichen und gebildeten Bürgertums entstand das Bedürfnis, Karten aller Gegenden in vereinheitlichter Bearbeitung und zunächst auch geschmückt mit barocker Pracht herauszugeben. Schmuckvolle Erd- und Himmelsgloben als "Modelle der Welt" werden gefertigt. Die Seefahrt und auch die Kriegsführung streben nach immer besserem Kartenmaterial.

Vergleichbares geschieht in der Kunst, die mit ihren Möglichkeiten die Welt in all ihren Facetten darstellt. Das erforderliche Käuferpublikum ist vorhanden; man schmückt sich mit "Weltkunst" und zeigt so seinen Reichtum und seinen Bildungsanspruch.

Der Vortrag zeigt in vielen Bildern verschiedene Aspekte in der Kartografie und in den Künsten des Barock auf, rückt Überraschendes, Heiteres und Staunenswertes ins Blickfeld und verdeutlicht dabei insbesondere auch Entwicklungslinien über zwei Jahrhunderte hinweg. Ein spannendes, interessantes und aufschlussreiches Unterfangen, so die Pressemitteilung abschließend.

Die Vorträge auf einen Blick: "Barock à la carte - Kartographie im Fokus von Kunst und Technik", Harald Raber, Mittwoch, 12. Oktober, 20 Uhr; "Fürst Ludwig und seine große Liebe - ein szenischer Vortrag", Klaus Burr, Brigitte Meister, Mittwoch, 19. Oktober, 20 Uhr; "Generalbaumeister Stengel und Ottweiler ", Dieter Robert Bettinger, Mittwoch, 26. Oktober, 20 Uhr. Die Vorträge sind im Stengel-Pavillon, Bliesstraße 2 (am Rosengarten), in Ottweiler . Der Eintritt ist frei.