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Versorgungszentrum für leichte Coronafälle in Ottweiler soll in der Woche nach Ostern zur Verfügung stehen

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona-Versorgungszentrum : Ottweiler Lazarett ist das Ass im Ärmel

Einrichtung für leichte Coronafälle soll in der Woche nach Ostern zur Verfügung stehen. Momentan wird es noch nicht gebraucht.

Mit großem Aufwand entsteht derzeit in der Ottweiler Seminarsporthalle ein Lazarett, gedacht für Menschen mit leichterem Verlauf einer Corona-Infektion (die SZ berichtete). Für dieses Versorgungszentrum, wie es offiziell heißt, arbeiten der Kreis Neunkirchen und die Kreuznacher Diakonie zusammen. Das Lazarett wird voraussichtlich in der Woche nach Ostern startklar sein, erklärt Dr. Marc Wrobel auf Anfrage der SZ. Wrobel ist stellvertretender ärztlicher Direktor und Chefarzt der Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin am Neunkircher Diakonie-Klinikum. Von 120 bis 150 Betten spricht Wrobel. Sie werden belegt, wenn die Corona-Stationen der anderen Krankenhäuser voll sind. Bliebe die Ausbreitung der Epidemie auf dem Niveau der Neuinfektionen der vergangenen Tage, dann gäbe es zunächst keine Patienten in der Seminarsporthalle. Wrobel: „Am besten wäre es natürlich, wenn es gar nicht gebraucht würde.“ Man müsse die Einrichtung wie eine Art Versicherung betrachten. Für den Fall der Fälle eben. Darauf hat auch schon Landrat Sören Meng hingewiesen. Der Umzug der Teststation auf die vom Coronavirus ausgelöste Covid-19-Erkrankung nach Landsweiler-Reden und das Einrichten des Zentrums in Ottweiler sei eine präventive Maßnahme, um im Bedarfsfall Menschen behandeln zu können.

Der Kreis kümmert sich um die Infrastruktur, hat bereits zusätzliche Sanitäreinrichtungen hinter der  Halle aufgebaut. Gestern, Dienstagvormittag, haben Diakonie und Kreis bei einer Begehung der Halle den Fortgang der Arbeiten begutachtet. Aktuell arbeitet der Kreis an der notwendigen Wasser- und Stromversorgung, erläutert Pressesprecherin Jasmin Alt. Danach werden die Geräteräume leergeräumt und anstelle der Empore eine Bühne aufgebaut, von der aus das Personal einen Überblick über die Halle hat. Die Kreuznacher Diakonie erläutert, medizinisch brauche das Lazarett die Strukturen eines Krankenhauses. Also alles vom Bett bis zum Medikamentenschrank, vom Pfleger bis zum Chefarzt.

Dr. Marc Wrobel. Foto: Marc Prams

Das DKN hat 93 Ärzte und 205 Pflegende für seine Arbeit. Sollte das Lazarett zum Zuge kommen, sagt Chefarzt Wrobel, werde Personal aus mehreren Krankenhäusern zusammengezogen. Da im Moment niemand in Urlaub sei, halte auch das DKN gute Kapazitäten vor. Zudem arbeite das Gesundheitsministerium in Saarbrücken an einer Liste von Freiwilligen. Die gebe es sowohl im ärztlichen als auch im pflegerischen Bereich. Es handele sich dabei um medizinisches Personal, das entweder aus Praxen stammt oder sich aus dem Ruhestand zurückmeldet in der Notsituation. Es gebe auch ehemalige Mitarbeiter, die heute in anderen Branchen  tätig seien, um aus dem Schichtdienst herauszukommen. Alles zusammengenommen lasse sich das Versorgungszentrum so mit dem notwendigen Sachverstand füllen.

Das Diakonie-Klinikum Neunkirchen im frühen Morgenlicht. Die Kreuznacher Diakonie ist für das im Aufbau befindliche Lazarett in Ottweiler zuständig. Im DKN waren Stand Dienstag ein Corona-Patient und vier Verdachtsfälle.  Foto: Elke Jacobi

Covid-19-Patienten hat auch das Diakonie-Klinikum. Einem Patienten gehe es schon wieder besser, vier Verdachtsfälle kommen hinzu. Wie alle anderen Krankenhäuser, sagt Wrobel, hat auch das Neunkircher Klinikum eine räumlich und personell vom restlichen Krankenhaus getrennte Corona-Station. Sie hat 15 Betten, von der aktuell also nur eines belegt ist. Das Versorgungszentrum bleibt mithin das Ass im Ärmel, so lange sich die Lage nicht verschlechtert. Eine Prognose wagt der Mediziner nicht zu stellen. Allerdings sei das Saarland mit der aktuellen Struktur besser vorbereitet als andere Länder wie etwa Italien, in denen die Zahl der Todesfälle hoch ist.