Unter neuer Flagge

Das Diakonische Werk betreibt ab 1. Januar 2017 das Kinder- und Jugendzentrum in Ottweiler. Seit zehn Jahren bildet es bereits einen wichtigen Anlaufpunkt, vor allem für junge Leute aus dem Stadtzentrum.

Die nächsten Partys und gemütlichen Treffs im Ottweiler Jugendzentrum (Juz) sind gesichert: Nach dem Rückzug der Stiftung Hospital übernimmt ab Anfang des neuen Jahres das Diakonische Werk an der Saar die Trägerschaft. Besiegelt wurde das am Dienstag in den Räumlichkeiten der Einrichtung: Bürgermeister Holger Schäfer , Landrat Sören Meng, der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes, Pfarrer Udo Blank, sowie sein Kollege, der Jugendhilfeverbundleiter Volker Bourgett, unterzeichneten den Vertrag.

"Wir als Stadt freuen uns, einen erfahrenen und kompetenten Partner gefunden zu haben, mit dem die Zusammenarbeit reibungslos funktioniert", sagte Schäfer. Auch Meng bezeichnete den neuen Träger als profiliert. "Außerdem wird es sicher vielfache Synergien geben mit den anderen Jugendzentren des Diakonischen Werkes im Kreis." Das sind diejenigen in Wiebelskirchen, Hangard, Merchweiler und Schiffweiler.

Wie Blank betonte, ist das Diakonische Werk auch in Ottweiler bereits sehr aktiv: "Wir unterhalten vier freiwillige Ganztagsschulen und eine Jugendwohngemeinschaft." Das Juz hält er für eine wichtige Ergänzung: Durch Angebote für die Freizeitgestaltung halte man Jugendliche verstärkt im Ort und den Ort dadurch lebendig.

Für die Besucher wird sich ab Januar nicht viel ändern - auch wenn einige neue Impulse geplant sind, soll das bisherige Konzept im Großen und Ganzen beibehalten werden.

So werden auch die Jugend- und Heimerzieherin Cathérine Lickes und die Jugendpflegerin Ursula Jakoby übernommen und bekommen einen neuen Mitarbeiter, Niklas Schäfer, zur Seite gestellt.

Wichtig ist dem neuen Träger, dass die jungen Besucher sich mit dem Juz identifizieren können. Deshalb sollen sie an der Gestaltung der Räumlichkeiten (vor allem beim geplanten Umzug 2018 in den Bahnhof) ebenso beteiligt werden wie an der Jugendarbeit selbst, das heißt an der Vorbereitung und Durchführung von Angeboten und Aktionen.. Für die Jugendlichen in Schiffweiler ändert sich nichts - und das empfinden alle Beteiligten als gut so. Denn Jugendpfleger Christian Peitz sowie die beiden Betreuer Philipp Nehren und Erik Emmerling sind seit Jahren Vertrauenspersonen in dem Jugendzentrum, das 2009 in der ehemaligen Kegelanlage der Mühlbachhalle Schiffweiler eröffnet wurde.

Schiffweilers Bürgermeister Markus Fuchs hob bei der Vertragsunterzeichnung am Mittwoch im Rathaus vor allem das Engagement des Jugendpflegers hervor, der die Suche nach einem neuen Träger vorangetrieben habe. Wie gemeldet zieht sich die Stiftung Hospital St. Wendel aus der Trägerschaft von Jugendzentren zurück. "Das Juz ist wichtig für unsere Gemeinde", betonte Fuchs. Mit dem Diakonischen Werk an der Saar (DWSaar) habe man nun wieder einen guten Partner im Boot.

 Hand auf die Partnerschaft (v.l.): Volker Bourgett, Erik Emmerling, Philipp Nehren, Tanja van Essen, Sören Meng, Udo Blank, Markus Fuchs und Christian Peitz. Foto: Helmut Paulus
Hand auf die Partnerschaft (v.l.): Volker Bourgett, Erik Emmerling, Philipp Nehren, Tanja van Essen, Sören Meng, Udo Blank, Markus Fuchs und Christian Peitz. Foto: Helmut Paulus Foto: Helmut Paulus

Dies sieht Landrat Sören Meng genauso. Der Kreistag hat wie berichtet grünes Licht für die Weiterführung der Einrichtung gegeben. Gemeinde und Kreis teilen sich die Personalkosten von knapp 60 000 Euro. Den nötigen Verwaltungsapparat ste mmt der neue Träger. Das Juz Schiffweiler werde "hervorragend angenommen," weiß Meng. Und durch die Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk, das im Kreis bereits die Jugendtreffs in Wiebelskirchen, Hangard und Merchweiler betreibe, könne man voneinander lernen und auch Synergien nutzen. Tanja van Essen, Bereichsleiterin vom DW Saar für die Jugendzentren , nennt etwa die Skateranlage in Wiebelskirchen, die man gemeinsam nutzen könne. Sie schwärmte geradezu von dem "handgemachten" Jugendzentrum in Schiffweiler, das habe sie gleich beim ersten Besuch gespürt. "Das Juz hat eine Seele." Solches Lob hört natürlich nicht nur Jugendpfleger Peitz gern, der mit seinem Team an den Ideen für 2017 "brütet". Ein Schlagwort sei die Partizipation der Jugendlichen, die weiter gestärkt werden soll. Wie wichtig es sei, dass sich die jungen Leute in das Juz ihrer Gemeinde einbringen können, betonte auch Diakoniepfarrer Udo Blank, Geschäftsführer des DWSaar. Den präventiven Charakter eines Jugendzentrums hob Volker Bourgett, der Leiter des Jugendhilfeverbunds, hervor.