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Störche verlieren Nachwuchs
Tragische Momente im Ottweiler Storchennest

Nur ein Jungstorch ist jetzt noch im Nest zu finden.
Nur ein Jungstorch ist jetzt noch im Nest zu finden. FOTO: Gerd Wehlack
Ottweiler. Die Storchenfamilie in der Bliesaue bei Ottweiler hat es SZ-Leser-Reporter Gerd Wehlack angetan. „Vier kleine Storchenküken hatten das Nest mit ganz viel Leben erfüllt“, schreibt uns Gerd Wehlack, der schon etliche Fotos von der Storchefamilie machen konnte. Von Marc Prams

„Unermüdlich wurde von den Elternvögeln Futter und neues Nistmaterial bei geschafft und die Kleinen liebevoll betreut. Da gab es immer Neues zu entdecken und zu lernen.“


Als er dann am Wochenende wie immer vorsichtig in die Nähe des Nestes kam, „war alles irgendwie anders“. Denn statt vier jungen Störchen war nur noch eines im Nest. „Es hat sich wahrscheinlich eine kleine Tragödie abgespielt“, so der Hobby-Fotograf, der sich bereits darauf freute, dem Neunkircher Zoo-Direktor Norbert Fritsch bei der Beringung der Jungtiere über die Schulter zu schauen.

Von einer Tragödie spricht Storchen-Experte Fritsch nicht, sondern eher vom Lauf der Natur. Denn dass nicht alle jungen Störche die Aufzucht überleben, sei keineswegs ungewöhnlich, sondern eher an der Tagesordnung. „In der Regel gibt es zwei bis drei Junge. Vier, wie in diesem Fall, kommen eher selten vor. Es ist zwar schade, dass nur ein Tier überlebt hat, aber selten ist das nicht“, so Fritsch.

Die Gründe sind vielfältig: Unwetter etwa, in deren Folge sich die Tiere unterkühlen, können zum Tod führen. Auch Futterengpässe, die dazu führen, dass schwache Tiere es nicht schaffen, seien ein Grund. „Aber davon gehe ich in diesem Fall nicht aus“, sagt der Experte. Und dann sind da noch Fressfeinde wie Marder, Krähen, Waschbären oder Greifvögel, die womöglich in dem Storchennest Beute gefunden haben. Auch sei es durchaus möglich, dass der Storch, der sich noch des Lebens freut, seine Geschwister gefressen hat. „Die leben dort nicht Paradies. So ist die Natur nun mal“, sagt Fritsch.

Beringen wird er den jungen Storch dennoch, in der zweiten Junihälfte. Und dabei kann ihm Gerd Wehlack dann über die Schulter schauen.



Anfangs waren noch vier Jungtiere im Nest.
Anfangs waren noch vier Jungtiere im Nest. FOTO: Gewrd Wehlack / Gerd Wehlack