| 20:25 Uhr

Bares für Rares
Tipps, wenn der Nachlass nervt

Ein Hausflohmarkt ist nur eine der vielen  Möglichkeiten, einen Nachlass zu verwerten
Ein Hausflohmarkt ist nur eine der vielen  Möglichkeiten, einen Nachlass zu verwerten FOTO: picture-alliance/ dpa / Tim Brakemeier
Kreis Neunkirchen. cc Von Solveig Lenz-Engel

 „Nix direkt wegwerfen“, diesen Rat  legte Antiquar Manfred Bender seinen Zuhörern am Dienstagabend besonders ans Herz. Fast 20 Leute waren ins Landratsamt nach Neunkirchen gekommen, um nach  den Vortrag der Kreisvolkshochschule „Haushaltsauflösung - mehr Geld verdienen mit richtiger Organisation und Planung“ zu wissen, wie man einem  Nachlass  am besten umgeht.


Und Manfred Bender hatte in der Tat eine Menge Tipps in der Tasche: Leute, die möglichst schnell und stressfrei  eine Wohnungsauflösung über die Bühne bringen wollen, sind wohl mit einer Entrümpelungsfirma gut beraten. Allerdings sollte man sich auch da erst einmal einen Überblick über verwertbare oder gar wertvolle Dinge verschaffen. „Schauen Sie, dass der Entrümpler eine Haftpflichversicherung hat und bleiben Sie beim Ausräumen dabei“, rat der Experte, um unliebsame Nachwirkungen zu vermeiden. Auch solle man das Geschäft mit dem Ausräumen nicht am Telefon besiegeln, sondern sich vor Ort verständigen. Ein Vergleich der Kosten verschiedener Firmen könne sich lohnen.

Methode Nummer zwei: sozialen Einrichtungen die Sachen verschenken.  Allerdings wird man so längst nicht alles los und muss schließlich doch selbst ausräumen und die Sperrmüll-Abfuhr organisieren.



Finanziell interessant wird es dann beim Selbst-Verkaufen im Rahmen einer Hausflohmarktes (immer eine Vetrauenperson als Hilfe mitnehmen!)  Wobei man sich klar sein sollte, dass Wunsch und Wirklichkeit bei den Erlösen ziemlich weit auseinander klaffen können. Und man könne unseriöse  Leute ins Haus locken, die man lieber nicht kennengelernt hätte. Deswegen rät Bender, vor der Bekanntgabe von Termin und Ort der Verkaufsveranstaltung erst eine Annonce nur mit einer Telefonnummer zu schalten. Dann ließe sich am Telefon schon die Spreu vom Weizen trennen. Wichtig sei es, so Bender, bei Sammlungen, Schmuck, Antiquitäten, Porzellan, Gemälden, Grafiken und  Kameras erst Experten nach dem Wert zu befragen. Pfandleihhäuser seien da durchaus gute Adressen.

Auch könne man von der Möglichkeit Gebrauch machen, Waren in Kommission zu geben oder den Weg über eine Auktion zu wählen. Auch regionale Internet-Portale könnten eine gute Verkaufsbasis sein. Macht aber bei großen Nachlässen eine Menge Arbeit. Und am Schluss muss dann doch so manches in die Tonne.