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Taubenplage in Ottweiler
Taubenkot unter Bahnbrücke nervt Fußgänger

Wie auf unserem Symbolfoto verkoten Dutzende von wilden Tauben den Gehweg unter dem Bahnviadukt in der Saarbrücker Straße in Ottweiler.
Wie auf unserem Symbolfoto verkoten Dutzende von wilden Tauben den Gehweg unter dem Bahnviadukt in der Saarbrücker Straße in Ottweiler. FOTO: picture-alliance / dpa/dpaweb / Carsten_Rehder
Ottweiler. Ottweiler Stadtverwaltung hat Fachfirma beauftragt. Aber die Maßnahmen greifen bislang nicht zufriedenstellend. Von Heike Jungmann

Wer zu Fuß unter dem Bahnviadukt in der Saarbrücker Straße hindurchgeht, muss aufpassen, wohin er tritt. Und auch von oben droht Ungemach. Denn vor etwa zwei Jahren haben verwilderte Haustauben die Brückenkonstruktion zu ihrem neuen Zuhause erklärt. SZ-Leser Wolfgang Mitzel hat uns auf das Taubenproblem aufmerksam gemacht. Immer mehr Leute beschweren sich seines Wissens nach über den Taubenkot, der in dieser Menge ekelerregend sei. Manche Bürger befürchten auch gesundheitliche Gefahren. Zwar habe die Stadtverwaltung durch eine Firma eine Konstruktion anbringen lassen, die eine Verschmutzung der Gehwege und eine weitere Ansiedlung der Tauben verhindern sollte. Das Projekt sei jedoch von der ausführenden Firma in einer Art und Weise ausgeführt worden, dass der angestrebte Erfolg nicht erreicht worden sei.


Auf Nachfrage bei der Ottweiler Stadtverwaltung bestätigt Gerhard Schmidt diesen Eindruck. Der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Umwelt erklärt die Lage der Dinge folgendermaßen. Es sei in der Tat so, dass sich die Tauben an dem Bauwerk in den vergangenen Jahren stark vermehrt haben. Die Brücke gehöre zwar der Deutschen Bahn, diese sei aber nicht verpflichtet, sich um die Taubenplage zu kümmern. Bei dem Viadukt handele es ich um eine komplizierte, rund 100 Jahre alte Stahlkonstruktion, die den Tauben viele Möglichkeiten gebe, sich niederzulassen und zu koten.

Die Bemühungen des Bauhofes, die Gehwege abzuspritzen und zu säubern, sind natürlich keine Dauerlösung. Deshalb habe die Stadtverwaltung eine Firma beauftragt. Diese habe eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, zum Beispiel Stachelbänder aufgeklebt. Offenbar jedoch nicht fachgerecht, denn die Firma werde nacharbeiten müssen. Ein weiteres Problem sei, dass etliche Tauben jetzt von oben hereinfliegen, „das sind eben clevere Tiere“. Dafür habe man noch keine Lösung gefunden, bedauert Schmidt. Vor Jahren ist in der Nähe des Sportplatzes Im Alten Weiher ein Taubenhaus errichtet worden. Dieses wurde von einem ehrenamtlichen Vogelschützer betreut, der die Eier der Tauben entfernte. „Leider ist der Vogelschützer inzwischen verstorben“, berichtet Schmidt. Die Suche nach einem Nachfolger sei bisher vergeblich gewesen. Zwar gebe es in der Altstadt ein Turmfalken-Paar, das könne aber nur unwesentlich zur Dezimierung der Tauben beitragen. Und die Ottweiler Altstadt bietet mit ihrer alten Bausubstanz noch viele weitere Möglichkeiten für Tauben, sich häuslich einzurichten und zu vermehren.