Straßenmusikanten spielen auf

Ottweiler. Die Besucher des Straßenmusikfestivals zahlten gerne erstmals den "freiwilligen" Euro, der an das Bündnis für Straßenkinder in Berlin geht, versprach doch der Besuch der Altstadt Musikgenuss vom Feinsten. Dazu bot die Gastronomie an allen Bühnen die Möglichkeit, die Lieder mit einem Pils oder Wein zu genießen

Ottweiler. Die Besucher des Straßenmusikfestivals zahlten gerne erstmals den "freiwilligen" Euro, der an das Bündnis für Straßenkinder in Berlin geht, versprach doch der Besuch der Altstadt Musikgenuss vom Feinsten. Dazu bot die Gastronomie an allen Bühnen die Möglichkeit, die Lieder mit einem Pils oder Wein zu genießen. Und während die Besucher mit den Füßen abstimmten, welche Teilnehmer den Musikgeschmack trafen, mussten die insgesamt elf Jurymitglieder immer wieder weiterziehen, um am Ende alle Teilnehmer bewertet zu haben. "Es ist schon eine Menge, aber gerade durch die Vielzahl der Teilnehmer bekommen wir auch eine gute Qualität", erklärte Hermann Brunnecke, geistiger Vater der Festivals. Er zeigte sich am späten Abend sehr zufrieden über den Verlauf des Tages, der am Vormittag mit einer Premiere des Wettbewerbs für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre gestartet war. Hier nutzen insgesamt zehn Teilnehmer die Chance, die Jury, aber auch die Marktbesucher von ihrem Können zu überzeugen. Mit einer unbändigen Freude an Musik siegte der 13 Jahre alte Daniel Roth aus Ottweiler. Er zauberte auf seinem Akkordeon mit Walzer- und Tangoklängen richtige Straßenmusik-Atmosphäre und erhielt gleich von fünf Jurymitgliedern die Bestnote von zehn Punkten. 30 AnmeldungenAuf dem zweiten Platz kam bei den Nachwuchskünstlern der gleichaltrige Andreas Walle, der auf seiner Gitarre große Virtuosität bewies. Rang drei ging an Familie Seitz aus Homburg, die mit ihren neun Kindern, wovon bereits acht eifrige Musiker sind, das Ottweiler Publikum begeisterten. Stolze 30 Anmeldungen gab es für den Abend, und die Teilnehmer wetteiferten um die Gunst der Juroren, aber auch der Zuhörer. Gefragt waren hier Originalität, aber vor allem Straßenmusik-Charakter. "Für mich ist es wichtig, wie die Künstler ihre Musik dem Publikum transportieren. Ob sie wirklich hinter ihrer Musik stehen und sie auch leben", sagte Erwin Barth, schon seit einigen Jahren in der Jury Stammmitglied. "Ich habe heute Abend sehr viel gute Musik gehört, die meisten Teilnehmer haben eine hohe Qualität, einen eindeutigen Favoriten habe ich in diesem Jahr nicht", erklärte Juror Ralf Thilmany. Ihm stimmten die übrigen Juroren zu, die vor allem im oberen Mittelfeld eine Ballung sahen. Nach fünf Stunden Musikmix hieß es am Ende Auszählen aller Stimmen durch Initiator Brunnecke. Der bat alle Musiker, sich vor der Bühne auf dem Schlosshof zu versammeln. Und hier gab es am späten Abend dann doch ein wenig Enttäuschung. Denn nur Heiko Moser und Christine Schmidt, ein Gesangsduo, das eigens aus München angereist war, nahmen ihre Urkunde für den fünften Platz entgegen. Alle übrigen Preisträger hatten inzwischen die Heimreise angetreten. Am Ende konnten zwei junge Damen den Sieg, verbunden mit einem Geldpreis von 500 Euro, für sich verbuchen. Marisa Klemp (Violine) aus Saarlouis sowie Gianna De Fazio (Gitarre) aus dem benachbarten Frankreich konnten mit ihren klassischen Musikstücken die Jury begeistern. Die Plätze zwei und drei belegte Mrstrain 2 unter der Leitung von Michael Müller, gefolgt von Dry Llod mit Karl-Heinz Kuntz.