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Ein Storchennest wird aufgebaut
Storchenhorst-Lücke an Kreisgrenze ist nun geschlossen

Krönender Abschluss war diese Woche die Errichtung des Storchenhorstes an der Kläranlage Fürth.
Krönender Abschluss war diese Woche die Errichtung des Storchenhorstes an der Kläranlage Fürth. FOTO: Anja Kernig
Fürth. Nabu Ottweiler und Bund Naturschutz Ostertal arbeiten zugunsten der Weißstörche zusammen. Von Anja Kernig

Aller guten Dinge sind fünf. Vielleicht nicht immer und überall, aber in Sachen „Aktion Storch“ und Ottweiler unbedingt. Vor einem Jahr hatte der Naturschutzbeauftragte der Stadt St. Wendel, Peter Volz, als Vertreter des Bund Naturschutz Ostertal (BNO) angefragt, ob man nicht mal die Lücke der Storchenhorste im Ostertal schließen wolle. Überall im Umfeld sind dank umfangreicher Aktivitäten des BNO die Adebare bestens versorgt. Allein in den Tallagen zwischen Hangard und Werschweiler, Oberkirchen und Kusel fehle es an Brutmöglichkeiten.


Angesprochen hatte Volz die Ottweiler Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) sowie engagierte Steinbacher Bürger, denen der Storch am Herzen liegt. Natürlich wollte man helfen, zumal Volz sein Anliegen mit einem Geschenk unterstrich: einer fix und fertigen Brut-Plattform samt Befestigungsvorrichtung. „In die Luft kann man die ja nicht hängen, da hab’ ich ein bisschen herumtelefoniert“, erinnert sich Elmar Becker, Vorsitzender des Nabu Ottweiler. Zunächst galt es, geeignete Standorte zu eruieren. Wofür man mit Zoodirektor Norbert Fritsch quasi den „Landesstorchenvater“ mit ins Boot holte, so Volz. Zur Verfügung stellte der EVS Flächen an den Kläranlagen Münchwies und Fürth, die sich als Horstreviere mit entsprechendem Nahrungsangebot anboten. „Oliver Tobä war damit einverstanden, auf seinem Gelände an der Kuhbrücke nahe Hangard einen weiteren Horst aufzustellen.“ Beim Errichten des zehn Meter hohen Mastes mit der im Durchmesser einen Meter großen Plattform kam Unterstützung vom Projekt Dorfentwicklung Hangard. Nummer vier und fünf fanden an der Tierpension Busch/Leimersbrunner Hof und in Steinbach Auf dem Gippchen ein Zuhause.

Überhaupt waren es viele Hände, die beim Bau der Horste halfen: Dietmar Morgenstern und sein Team fertigten drei Stück an, einer wurde in der Werkstatt der JVA fertiggestellt. Die Kosten für die Nisthilfen samt Masten teilten sich die Firma Baummaschinen Schneider, die Energis Netzgesellschaft , der EVS und der Nabu Ottweiler. Das Aufstellen übernahmen Conrad Reinshagen und seine Kollegen vom Bauhof Ottweiler in Zusammenarbeit mit Michael Baslers Team von der Bauunternehmung Maurer Illingen.



Krönender Abschluss war diese Woche die Errichtung des Storchenhorstes an der Kläranlage Fürth, die sich Bürgermeister Michael Schäfer und Zoodirektor Norbert Fritsch nicht entgehen ließen. Derzeit gibt es 30 bis 40 Nester mit 27 Jungtieren im Saarland, informierte Fritsch. Die Zahl der Brutpaare liegt irgendwo zwischen 50 und 60. „Die Voraussetzungen sind geschaffen“, meinte er zum Abschluss. „Brüten müssen sie schon selbst.“ Wobei Fritsch vor allzu hohen Erwartungen warnt: „Man muss Geduld haben, es klappt nicht immer gleich im ersten Jahr.“ Anderseits würde es ihn natürlich schon freuen, wenn er nächstes Jahr zum Beringen potenzieller Jungtiere wieder herkommen darf.