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„Stolpersteine“-Projekt in Ottweiler wird fortgesetzt

Ottweiler. In Erinnerung an das Schicksal der Familien Herrmann, Marx und Salomon werden in Ottweiler Gedenksteine, sogenannte „Stolpersteine“, verlegt. Zu der Aktion mit Gedenkfeier sind die Bürger eingeladen. red

. Am Donnerstag, 8. September, erfolgt die dritte Verlegung von "Stolpersteinen" in Ottweiler für verfolgte, deportierte und ermordete jüdische Bewohner Ottweilers. Diese erinnern an das Schicksal der Familien Herrmann, Marx und Salomon.



Die Verlegung beginnt um 9 Uhr mit den "Stolpersteinen" für Myrtil, Germania und Edmond Herrmann in der Bahnhofstraße 25, wird fortgesetzt auf dem Schlossplatz am Synagogengedenkstein und findet ihren Abschluss auf dem Tenschplatz vor dem Lokal "Zwinger", der letzten Wohnstätte in Ottweiler von Leo Salomon und seiner Frau Bertha sowie ihren Töchtern Rosa und Flora.

Schüler des Gymnasiums Ottweiler sowie der Gemeinschaftsschule Anton Hansen skizzieren während der Verlegung der "Stolpersteine" durch Gunter Demnig in Kurzvorträgen die Biographien der betroffenen Personen. Vertreter der katholischen und protestantischen Kirche sowie Erika Hügel von der Synagogengemeinde Saar sprechen Fürbitten. Im Anschluss an die Verlegung der "Stolpersteine" findet gegen 10.45 im Historischen Sitzungssaal des Kreishauses eine Gedenkstunde statt, deren Gestaltung durch Beiträge von Schülerinnen des Gymnasiums Ottweiler sowie der Gemeinschaftsschule Anton Hansen geprägt wird.

Des Weiteren fasst Hans-Joachim Hoffmann bei dieser Gelegenheit in seinem Redebeitrag "Stolpersteine: Von der Schwierigkeit der Umsetzung. Vorläufige Bilanz und Ausblick" seine Erfahrungen mit der Umsetzung des Projektes "Stolpersteine" zusammen.

Denn mit dieser Verlegung findet die Verlegung von "Stolpersteinen" für die ehemaligen jüdischen Mitbürger Ottweilers, die Verfolgung, Deportation und Ermordung in der eigenen Familie erlebten, ihren Abschluss. Zu diskutieren bleibt, ob auch für die jüdischen Bewohner Ottweilers "Stolpersteine" verlegt werden sollen, die frühzeitig die drohende Verfolgung ahnten oder zeitnah nach der Rückgliederung 1935 die Gefährdung ihres Lebens erkannten und emigrierten. Dazu zählten die Familie Julius Reinheimer, die Familie Herbert Schweich, die Familie Hugo Salm, sowie Robert Salm, der mit Ella Staudter als Prinzenpaar des "So war noch nix" den Ottweiler Karneval 1929 mitgestaltete, wie die Pressestelle der Stadt Ottweiler weiter mitteilt.



Der Stadtrat Ottweiler beschloss in seiner Sitzung im Januar 2013, nicht nur die Erinnerung an die verfolgten jüdischen Bürger Ottweilers durch "Stolpersteine" zu bewahren, sondern auch das Schicksal der politisch Verfolgten und der Euthanasie-Opfer in das historische Gedächtnis Ottweilers durch "Stolpersteine" zu übernehmen.