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Stolpersteine
Steinere Zeugen gegen das Vergessen

In Ottweiler wurden jetzt wieder fünf sogenannte Stolpersteine als Gedenken für die von den Nationalsozialisten ermordeten Menschen ins Straßenpflaster verlegt. Unser Bild zeigt den Künstler Gunter Demnig bei der Arbeit.
In Ottweiler wurden jetzt wieder fünf sogenannte Stolpersteine als Gedenken für die von den Nationalsozialisten ermordeten Menschen ins Straßenpflaster verlegt. Unser Bild zeigt den Künstler Gunter Demnig bei der Arbeit. FOTO: Andreas Engel /
Ottweiler. In der Ottweiler Goethestraße hat der Künstler Gunter Demnig fünf Stolpersteine für Opfer des Nazi-Terrors verlegt. Von Andreas Engel

Gunter Demnig ist ein äußerst fleißiger Künstler. Vor einigen Tagen hat er in Frankfurt am Main seinen 70 000. Stolperstein ins Straßenpflaster gelegt. Jetzt sind in der Goethestraße in Ottweiler noch einmal fünf Stolpersteine hinzugekommen. Die in Straßenpflaster und Gehwege eingelassenen und mit Messingplatten versehenen Steine sollen an die von den Nazis ermordete Menschen erinnern. Bereits in 1260 Orten und 24 Ländern hat der Künstler Gunter Demnig seine Stolpersteine verlegt.


In Ottweiler wurden nun erstmals Steine eingelassen, die an die in der Zeit des Nationalsozialismus politisch verfolgten Menschen erinnern. Kurt Pabst, Walter Pabst, Otto Pabst, Herbert Maas und seine Ehefrau Berta, geborene Pabst, engagierten sich im antifaschistischen Widerstand gegen das verbrecherische System. Schüler des Gymnasiums Ottweiler und der Anton-Hansen-Schule lasen aus den Kurzbiografien der Widerstandskämpfer.

Ottweilers Bürgermeister Holger Schäfer unterstrich in einer kleinen Ansprache die Notwendigkeit dieser Form der Erinnerungsarbeit und dankte allen Beteiligten für ihr Engagement, insbesondere jedoch den Nachfahren und Angehörigen der verfolgten Familien, die Dokumente und Informationen lieferten.



Die aktuelle Würdigung politisch Verfolgter in Ottweiler wird nicht einmalig sein, denn auch der demokratische und antifaschistische Einsatz der Familien Kurt Thomas, Heinrich Schlosser und Wilhelm Pfordt wird demnächst in Form von Verlegung von Stolpersteinen gewürdigt.