Störche sind zurück : Vom Dach der Kirche alles im Blick

Ist der Besuch des Weißstorchs in Wiebelskirchen ein Dank an den Männerkreis, fragt sich unser Leser-Reporter.

Unsere Leser-Reporter sind ja sehr rege Leute. Vor allem mit Fotos beschenken sie uns reichlich. Und das ist schön so. Erich Hoffmann ist noch einen Schritt weitergegangen und hat uns zu seinen Fotos auch seine Beobachtungen in prosaischer Form mitgeschickt. Hier sein Text:

Meister Adebar ist wieder da: Ein Blick zum Dach der altehrwürdigen evangelischen Kirche in Wiebelskirchen vermochte in der vergangenen Woche auch die letzten Zweifel zu beseitigen. Der Weißstorch ist aus seinem Winterdomizil zurück. Abwechselnd auf einem der beiden mächtigen Steinkreuze, welche den Anfangs- und Endpunkt in der Bedachung des imposanten Kirchenschiffes markieren, hatte sich nach Auskunft aufmerksamer Zeitgenossen aus der Nachbarschaft fast täglich ein prächtiges Exemplar der vermutlich in den Bliesauen beheimateten Weißstörche niedergelassen.

Unbeeindruckt von den aktuellen Sorgen und Ängsten der Menschen weit unter sich, verweilte der weiß-schwarz gezeichnete Geselle geduldig auf dem luftigen Ausguck, putzte mithilfe des markant langen Schnabels bisweilen sein Gefieder und klapperte auch schon mal in Richtung einiger neugieriger Turmkrähen, die sich dem stattlichen Vogel immer wieder unter vorsichtiger Wahrung einer angemessenen Distanz näherten.

„Beim täglichen Besuch ist der Storch jedesmal von einem Artgenossen eskortiert worden, der sich dann aber gleich wieder entfernte“, zeigte sich Anwohnerin Birgit Freudenreich aus der Römerstraße ganz fasziniert über den „kreisförmigen und majestätischen Landeanflug“ des stolzen Paares rund um den Turm des neoromanischen Gotteshauses. Warum ausgerechnet das Dach der evangelischen Kirche als Ort stundenlangen Verweilens favorisiert wurde, bietet Raum für Fantasien und Spekulationen. Wollte sich Meister Adebar mit seinem Besuch womöglich für die Bemühungen des evangelischen Männerkreises um die Ansiedlung des Storches in den Bliesauen bedanken? Oder liegt das Verhalten ganz einfach in der instinktiven Suche nach einem sicheren Rastplatz oder gar dauerhaften Nistplatz in der beachtlichen Höhe des historischen und denkmalgeschützten Sakralgebäudes begründet?

Störche auf dem Kirchendach in Wiebelskirchen. Foto: Erich Hoffmann Foto: Erich Hoffmann

Noch spannender dürfte sich die Antwort auf die bange Frage gestalten, ob und wie der charismatische „Klapperstorch“ als volkstümlich bekannter Symbolträger für reichen Kindersegen auch in weiterer Zukunft die Herzen der Menschen in Wiebelskirchen und Umgebung mit seiner dauerhaften Präsenz zu erwärmen vermag.