1. Saarland
  2. Neunkirchen
  3. Ottweiler

Stadt und Heimatverein Ottweiler haben zum Neujahrsempfang geladen

Empfang von Stadt und Heimatverein in Ottweiler : Gestärkter Bürgermeister gibt einen Ausblick

Stadt Ottweiler hat mit dem Heimat- und Verkehrsverein zum Neujahrsempfang geladen.

Der große Saal des Ottweiler Schlosstheaters ist in weiches Licht getaucht. Über 300 Menschen sind der Einladung zum Neujahrsempfang von Stadt sowie Heimat- und Verkehrsverein gefolgt. Es ist ein heiteres Geplauder, das den Saal an diesem Freitagabend erfüllt. Und auch Bürgermeister Holger Schäfer (CDU) wirkt entspannt und guter Dinge in seiner Begrüßungsrede. Das bestätigt er später auch selbst. Seine Wiederwahl mit überragendem Ergebnis gebe ihm das nötige Feedback, das er im Arbeitsalltag ansonsten naturgemäß nicht in dieser deutlichen Form bekomme. Bekanntlich war der Bürgermeister mit einer Zustimmung von 71,3 Prozent im Amt bestätigt worden bei den Kommunalwahlen im Mai 2019. In seiner Begrüßung bedankt er sich für das „umwerfende Vertrauen“. Im Gegensatz zu den Vorjahren ist Schäfer der einzige Redner des Abends. Brigitte Meister, Vorsitzende des Heimatvereins, fehlt aus Krankheitsgründen. Für beschwingte Musik sorgt die Kombo der städtischen Musikschule „Jazz for Fun“.

Er wolle keine lange Auflistung all derer geben, die ins Schlosstheater gekommen sind, sagt Schäfer. Denn natürlich seien alle im Saal herzlich willkommen. Dennoch nimmt es einige Zeit in Anspruch, bis diejenigen, die er dann doch persönlich benennt, abgearbeitet sind. Von Vertretern der Politik über Menschen aus Vereinen und Verbänden bis hin zu den beiden Ottweiler Fastnachtsvereinen und anderen Kulturschaffenden. Ein Neujahrsempfang ist eben auch ein Sehen und Gesehen werden.

Schäfer gibt in seiner Rede einen Ausblick auf 2020: In diesem Jahr sollen die beiden Großprojekte Bahnhof und Sporthalle ihren Abschluss finden, beide Projekte werden in wenigen Wochen für den Betrieb fertig sein. Die Mitarbeiter des Rathauses hätten danach immer noch einiges an Arbeit, um beides auch verwaltungstechnisch abzuschließen. Die Stadt wolle den bereits für vergangenes Jahr geplanten Sammelplatz für Grünschnitt bauen, was sich wegen fehlender Fördergelder verzögert habe. Viel Geld fließt in energetische Sanierungen, Kanäle, Brandschutz, Friedhöfe, Straßensanierung und die Umsetzung des Digitalpaktes. Alleine in die Lehbesch-Grundschule investiere die Stadt 1,5 Millionen Euro, sagt Schäfer auf Nachfrage am Rande des Empfangs. Die Stadt wolle zudem nachhaltiger werden. Sie ist auf dem Weg zur Fair-Trade-Stadt, erläutert der Rathauschef, mit der Stadt Belen in Costa Rica sei eine Entwicklungspartnerschaft geschlossen, mehr Photovoltaik soll ins Stadtgebiet kommen. Von E-Bike-Ladestationen spricht Schäfer, die am Alten Rathaus und am Bahnhof entstehen sollen („Das Geld steht bereit. Wir haben nur noch niemanden gefunden, der sie baut.“) Auf den Saarlandpakt geht er auch ein, durch den die Kommune 8,4 Millionen Euro an Kassenkrediten an das Land abgeben könne. „Annähernd die gleiche Summe tilgen wir selbst in den kommenden 45 Jahren“, sagt Schäfer und muss ob des Zeitkorridors wie der ein oder andere im Publikum selbst lachen.

Auch das Weltgeschehen in 2019 ist dem ersten Bürger Ottweilers einen kurzen Beitrag wert: „China eroberte den Mond, eine 16-Jährige aus Schweden mobilisierte die Welt, in Süd-Amerika, Afrika und Australien brannte die grüne Lunge, das Unwort des Jahres lautete „Klimahysterie“ und 22 Millionen Vertriebene zählt das Jahr. Aber nicht durch Krieg, sondern durch Wetterereignisse. Durch Krieg und Gewalt waren es 70,8 Millionen.“

Ottweiler und die weite Welt – bei Gulasch- und Tomatensuppe haben die Gäste später Zeit, das ein oder andere zu vertiefen.