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Neuer Direx am Gymnasium
Sprachen und Sport sind sein Ding

Mark Hubertus ist nun neuer Direktor des Ottweiler Gymnasiums. Zuletzt unterrichtete er am Neunkircher Gymnasium am Krebsberg.
Mark Hubertus ist nun neuer Direktor des Ottweiler Gymnasiums. Zuletzt unterrichtete er am Neunkircher Gymnasium am Krebsberg. FOTO: Jörg Jacobi
Ottweiler. Seit Kurzem leitet Mark Hubertus das Gymnasium Ottweiler. Seine Vorgängerin Rebecca Spurk ging in den Ruhestand. Von Anja Kernig

Die weißen Wände sind leer, die Schnüre der Bilderleisten hängen funktionslos in der Luft. Mark Hubertus hat im Moment Wichtigeres zu tun, als sein Büro wohnlich einzurichten. Man übernimmt nicht mal eben so ein Gymnasium. „Da stürzt sehr viel auf einen ein“, reflektiert der 47-Jährige. Einmal mehr, wenn man eine Führungsebene übersprungen hat. Zuletzt unterrichtete Hubertus am Neunkircher Gymnasium am Krebsberg (GaK). Gleichzeitig war er „nur“ als Fachkoordinator Englisch und in der Schulentwicklung tätig. Und wenn schon, lächelt der frischgebackene Schulleiter tiefenentspannt,


Hubertus beerbt Rebecca Spurk, die das Gymnasium Ottweiler zehn Jahre lang führte und Ende Oktober in Ruhestand ging. Seitdem oblag Vize-Schulleiter Tobias Wagner die kommissarische Leitung – derzeit „der wichtigste Mann“ für Hubertus, der auch die Faschingsferien nutzte, um sich von Wagner briefen zu lassen.

Von einem Kollegen kam der Tipp, dass die Stelle in Ottweiler vakant sei. Da war zunächst eine „Konsultation des Familienrates“ fällig, verrät Hubertus, Vater zweier kleiner, fünf und acht Jahre alter Kinder. „Ganz gezielt“ habe er sich dann hier beworben: „Vom Profil her sagt mir diese Schule unheimlich zu.“ Gerade die sprachlich-naturwissenschaftliche Ausrichtung kommt dem gebürtigen Saarlouiser auf Grund der eigenen Fächerkombination Englisch und Biologie sehr entgegen. „Englisch als erste Fremdsprache befürworte ich.“ Zusammen mit Französisch, Italienisch, Spanisch und Latein ergibt das ein „insgesamt sehr attraktives Sprachenangebot“. Und weil Hubertus passionierter Mountainbiker ist, der von seinem Wohnort Heiligenwald künftig mit dem Rad zur Arbeit fahren will, passt auch der Sportförderzweig der Schule perfekt zu ihm. „Da werde ich mich auf jeden Fall einbringen“, wie schon am GaK, wo er mit Schülern trainierte.



In seiner ersten Dienstbesprechung nannte er die Schule ein „Kleinod“, ein „kleines, aber dafür umso feineres Gymnasium“. Fast familiär gehe es hier zu. Begeisterung schwingt mit, wenn Hubertus von der Leistungsbereitschaft der Schülerschaft erzählt und dem erstaunlichen Engagement des Kollegiums (auch hier stimmt die Chemie). Was es in der Summe etwas leichter als anderswo machen dürfte, Bildung auf gymnasialem Niveau vorzuhalten – immerhin der zentrale Punkt im Leitbild des Gymnasiums Ottweiler. Er selbst, der „mit vollem Deputat an die vorderste Front“ wechselte und deshalb „von den Nöten der Kollegen weiß“, sieht sich in der Pflicht, ihnen „Freiräume“ zu schaffen, in dem er die Verwaltung „auf das notwendige Maß beschränkt“. Gut bestellt sei es auch um das Förderangebot. Elternseminare gleich zu Beginn der 5. Klasse zum Beispiel erleichtern den Übergang in die weiterführende Schule deutlich. Den Kontakt zu den Grundschulen werde er pflegen und ausbauen, kündigte Hubertus an.

Auf die Fahnen geschrieben hat er sich als ausgebildeter Medienberater nicht zuletzt, das Profil als Medienschule weiter auszubauen. Wobei der Einsatz digitaler Medien nie Selbstzweck sein dürfe, so Hubertus. Vielmehr sieht er sie als schülermotivierende Werkzeuge eines zeitgemäßen Unterrichts. In einem Punkt wird der neue Direktor allerdings passen müssen. Wie seine Vorgängerin jeden der aktuell 457 Schüler mit Namen zu kennen, sei nicht besonders realistisch, bittet er vorab schon mal um Nachsicht. Sich im Falle des Falles aber für jeden einzelnen einsetzen, hält der Neue für selbstverständlich.