Sorge tragen für die Älteren

Beim jüngsten Runden Tisch des Demenzvereins des Landkreises tauschten sich 50 Vertreter stationärer Pflegeeinrichtungen, ambulanter Pflegedienste, Demenzcafés, Akutkrankenhäuser und Reha-Einrichtungen über Hilfe bei Demenz aus.

Im Saarland leiden schätzungsweise 25 000 Menschen an Demenzkrankheiten. Für viele ist es die schlimmstmögliche Vorstellung, selbst von dieser Krankheit, die zu einer Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit in Kombination mit einer Persönlichkeitsveränderung führt, betroffen zu sein. Ändern kann man dieses Schicksal nicht, wohl aber Hilfe anbieten. Was sich der Demenzverein im Landkreis Neunkirchen auf die Fahne geschrieben hat. Noch ganz "frisch" ist die Beratungsstelle des Vereins, die seit 1. Juli im Gebäude des Kreissozialamtes ansässig ist.

Eine gute Nachricht überbrachte Landrat Sören Meng beim jüngsten Runden Tisch des Vereins: So erhält der Demenzverein in den kommenden zwei Jahren erneut Fördermittel des Bundesfamilienministeriums zur Verbesserung der Pflege- und Versorgungsqualität von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen. Bereits von 2013 bis 2015 waren Bundesfördermittel geflossen, in der Übergangsphase von 2015 zu 2016 wurde die Vereinsarbeit durch die finanzielle Unterstützung der ProWinInternational und des Landkreises gesichert. In seiner Funktion als Vorsitzender des Vereins betonte Meng, wie wichtig die neue Förderbewilligung ist. "Für eine kompetente Betreuung unserer älteren Mitbürger zu sorgen, gehört zu den großen Aufgaben unserer Zeit. Daher brauchen wir ein funktionierendes Netzwerk und zentrale Ansprechpartner, sie sind ein Mehrwert für alle und ermöglichen ein Miteinander und Füreinander in unserer Gesellschaft."

Stellvertreter Klaus Herz, ärztlicher Leiter der Reha-Klinik St. Hedwig Illingen berichtete über die Vereinsaktivitäten der vergangenen drei Jahre. "Dank der Bestandsaufnahme der Leistungsangebote zu Projektbeginn gelang es, viele Angebote zu vernetzen, weiter auszubauen und neu zu installieren." Andrea Sauder erläuterte die Grundzüge des 1. Saarländischen Demenzplanes, an dem der Demenzverein wie auch die Leitstelle Älter werden des Landkreises Neunkirchen aktiv mitgearbeitet haben. Noch verbesserungsfähig ist des Überleitungsprocedere mit den in der Region bestehenden Krankenhäusern, Reha-Kliniken, Ärzten und ambulanten sowie stationären Pflegediensten und -heimen. "Dies kann nur geschehen, wenn auch die offene Altenhilfe eingebunden wird, sprich Pensionärsvereine, Altenbegegnungsstätten und auch Sportvereine", betonte der Landrat. "Wenn alle gemeinsam im Netzwerk mitarbeiten, können demente Menschen in ihrem häuslichen Umfeld lange aktiv am Leben teilhaben." Auch das Ehrenamt soll weiterhin in diesem Bereich gestärkt werden. Martina Maaß vom Pflegestützpunkt des Landkreises Neunkirchen und Thomas Hans vom Caritasverband für die Region Schaumberg-Blies stellten mögliche Überleitungskonzepte auf der Grundlage biografischer Daten vor.

Beschäftigen möchte sich der Verein in Zukunft zudem mehr mit der offenen Altenhilfe, wie sie Begegnungsstätten und Demenzcafés anbieten, sowie die Einbindung sportlicher und kultureller Angebote an das Vereinsnetzwerk sein.

Neuer Service: Seit Anfang Juli bietet der Demenzverein eine Beratung im Kreissozialamt in der Martin-Luther-Straße 2 an. Foto: Landkreis Foto: Landkreis

Kontakt: Beratungsstelle Demenzverein im Landkreises Neunkirchen, Volker Schwarz und Felicitas Zumpf, Martin-Luther-Straße 2, 66564 Ottweiler , Tel. (0 68 24) 906-21 54.