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So schaut der Ottweiler Bürgermeister Holger Schäfer auf das Jahr 2021

Interview mit Holger Schäfer, Bürgermeister von Ottweiler : Stabile Finanzen sind sein Fixpunkt

So blicken die Verwaltungschefs auf 2021. In Ottweiler soll eine neue Kita entstehen.

2020 war so ziemlich für jeden Einzelnen, aber auch für die Kommunen ein Jahr zum Vergessen. Was waren die größten Herausforderungen für das Rathaus?

Schäfer Vor dem Hintergrund der Pandemie ging es insbesondere darum, angelaufene oder geplante Bauprojekte im Hoch- und Tiefbau voranzubringen sowie darum, die Digitalisierung zu begleiten und zu fördern.

Ist es für Mitarbeiter des Ordnungsamtes psychisch belastend, wenn sie in der Öffentlichkeit Dinge wie Masken tragen oder Abstand halten durchsetzen müssen über Monate hinweg?

Schäfer Die Mitarbeiter nehmen anspruchsvolle und zum Teil auch schwierige Aufgaben wahr. Die Durchführung von Maßnahmen wurde durch eine vergleichsweise häufige Änderung von Verordnungen nicht immer vereinfacht. Es galt und gilt aber, mit dieser Pandemie eine besondere Herausforderung zu meistern.

Die öffentlichen Haushalte waren zuletzt auf dem Weg der Konsolidierung. Mit dem Saarland-Pakt haben die Kommunen alte Schulden abgebaut. Was wird daraus jetzt? Wann schlagen einbrechende Gewerbesteuern richtig durch?

Schäfer Die Folgen der zurückliegenden Monate sind noch nicht genau abzusehen. Das hängt auch von den Steuererklärungen des Gewerbes ab. Den Weg der Konsolidierung werden wir jedenfalls weiter unbeirrt fortsetzen. Es geht gut voran.

Wie kann die Kommune Mindereinnahmen auffangen?

Schäfer Wir prüfen, ob wir Leistungen reduzieren können, und wir prüfen, ob wir Einnahmen in der Zukunft anpassen können. Vieles ist allerdings vorgegeben. Der Handlungsspielraum ist begrenzt. Aus eigener Kraft schaffen wir es nicht.

Die Pandemie bestimmt derzeit das Verwaltungshandeln. Was sind trotz Corona entscheidende Projekte im Jahr 2021?

Schäfer In diesem Jahr fließen eine halbe Million Euro in den Brandschutz. 200 000 Euro gehen in den Digitalpakt, eine weitere halbe Million in den Bau einer Kita eines freien Trägers. Wir bauen die Ganztagsbetreuung auf und aus. Wir wollen die Straße nach Mainzweiler erneuern, wenn wir die Fördermittel erhalten. Wir lassen in Zusammenarbeit mit den Ortsräten und den Ortsvorstehern den Stadtteilen 50 000 Euro für Maßnahmen der Dorfentwicklung zukommen. In Mainzweiler soll die Heizungsanlage der Turnhalle saniert werden. Wir gehen zudem den LED-Ausbau an Lichtbandanlagen an. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Kultur, Veranstaltungen, Altennachmittage – viele Dinge des öffentlichen Lebens haben massiv gelitten. Wie lässt sich das in den kommenden Monaten wieder in unser Leben zurückbringen?

Schäfer Der Stadtrat hat beschlossen, alle geplanten Maßnahmen für 2021 fortzusetzen. Die Vorhaben setzen wir um, wenn es wieder möglich ist.

Bürgermeister besprechen sich untereinander oder besuchen Aufsichtsräte digital am Bildschirm. Hat das mehr Vor- oder Nachteile?

Schäfer Der Austausch am Bildschirm kann Vorteile bieten. Es gibt aber Situationen, wo es auch zukünftig zu persönlichen Begegnungen kommen sollte.

Homeoffice ist von der Randerscheinung zwischenzeitlich zu einem Modell für viele Arbeitnehmer geworden. Wird in den Verwaltungen damit auch gearbeitet, wenn die Pandemie-Problematik vom Tisch sein sollte?

Schäfer Ich sehe derzeit keine Notwendigkeit darin, für eine vergleichsweise kleine Kommune wie Ottweiler Homeoffice-Arbeitsplätze einzuführen. Wir pflegen ohnehin gerne den direkten Kontakt zur Bürgerin und zum Bürger.

Was ist Ihr ganz persönlicher Wunsch, wenn Sie auf dieses noch junge Jahr 2021 schauen?

Schäfer Ich hoffe, dass die Impfung Schutz gegen die Pandemie bietet und wir wieder unser gewohntes Leben gestalten dürfen.