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Wie Wasser im Schwimmbad sauber bleibt
So bleibt das Freibad-Wasser frisch

Es ist schon eine beeindruckende Anlage, die das Wasser im Ottweiler Freibad sauber hält.
Es ist schon eine beeindruckende Anlage, die das Wasser im Ottweiler Freibad sauber hält. FOTO: Marc Prams
Ottweiler. Ein Blick hinter die Kulissen des Ottweiler Freibades verrät, wie das Wasser dort immer schön sauber bleibt. Von Birgit Wobido

Am frühen Morgen herrscht im Ludwig-Jahn-Bad in Ottweiler noch himmlische Ruhe. Doch wenn um zehn Uhr Einlass ist und bei strahlendem Sonnenschein 700 bis 800 Besucher kommen, ist Leben rund um die drei Becken. „Wenn das Wetter so bleibt, knacken wir in diesem Sommer an Wochenenden sicherlich die 1000-Besucher-Marke“, sagt Frank Romeike, Meister für Bäderbetriebe, der hier in Ottweiler bereits seit 2003 tätig ist.


Doch eine große Zahl von Badegästen bedeutet auch eine erhöhte Verschmutzung des Wassers. Wie schafft man es da, dass das Wasser in einem stets hygienisch einwandfreien Zustand ist? „Vieles liegt im Verborgenen“, weiß Romeike und deutet auf das Gebäude neben der Rutsche. Denn so mancher Besucher vermutet in dem Bau eine Aufbewahrung für Stühle oder andere Gerätschaften. Dabei verbirgt sich hinter der Tür in Wahrheit eine beeindruckende Technik, die für klares Wassers sorgt. Laut ist es hier, und riesige Filter und Rohre vermitteln einen Eindruck von der Komplexität der Aufgabe der Wasseraufbereitung.

„Das Wasser ist in einem ständigen Kreislauf“, erklärt der Bäderbetrieb-Meister. Von den Becken fließt es zunächst in die sogenannte Überlaufrinne, von dort in die Schwallwasserbehälter – große Vorratsbehälter, die bis zu 100 Kubikmeter Wasser aufnehmen – die gewährleisten, dass der Wasserstand immer ausgeglichen ist. Von dort wird das Wasser in das Filtergebäude geleitet. Drei Umwälzpumpen, je eine Pumpe für Schwimmer-, Nichtschwimmer- und Planschbecken, sind seit 2001 in Betrieb. In den Pumpen sind Siebe enthalten, die dafür sorgen, dass Grobschmutz wie Haare und Laub aus dem sogenannten Rohwasser abgefangen werden. „Es gelten hier strengere Vorschriften als bei der Trinkwasseraufbereitung“, erklärt Romeike. Danach wird dem Wasser Chlor zugegeben. Durch Unterdruck wird das Chlorgas aus dem Chlorgasraum  dem Wasser über Rohre zugeführt. Gut zu wissen, dass bei einem Defekt die eingebauten Ventile sofort verschlossen werden, was die Gefahr eines Austrittes von Chlor verhindert. Eine optimale Verteilung erfolgt am Beckenboden, wo über die gesamte Länge im Abstand von etwa 50 Zentimetern Düsen angebracht sind. Dies verhindert, dass sich Bakterien und Keime bilden. „Pro Badegast wird zudem mindestens 30 Liter frisches Wasser nachgefüllt, eher noch mehr“, sagt Romeike, nach dessen Aussage das Ottweiler Freibad noch nie ein Problem mit einer erhöhten Zahl von Keimen hatte.

Gemäß den geltenden Vorschriften wird einmal täglich eine Handmessung vorgenommen, bei der der PH-Wert bestimmt wird. Kommen viele Badegäste ins Schwimmbecken, muss entsprechend mehr Chlor zugefügt werden, der PH-Wert sinkt. Mit einer Pumpe wird dann Lauge zugesetzt, bis der Wert wieder im optimalen Bereich zwischen 6,8 bis maximal 7,5 liegt, also im leicht sauren Bereich.

Ein extern beauftragtes Labor sorgt zudem dafür, dass einmal pro Monat eine Wasserprobe mikrobiologisch untersucht wird. Der erstellte Prüfbericht wird an das Gesundheitsamt weitergeleitet.



Im Frühjahr wird das Wasser komplett abgelassen und das Becken nach einer gründlichen Reinigung mit frischem Quellwasser gefüllt. Das Schwimmerbecken fast beachtliche 736 Kubikmeter, das Nichtschwimmerbecken immerhin 476 Kubikmeter und das Planschbecken 14 Kubikmeter.

Doch bis es wieder soweit ist, lockt das Freibad Ottweiler in dieser Saison noch viele große und kleine Besucher an, die dank der wachen Augen der Bademeister unbeschwerte und vor allem ungetrübte Badefreuden im klaren Wasser genießen können.

Durch drei riesige Filterbecken läuft das Wasser im Ottweiler Ludwig-Jahn-Bad.
Durch drei riesige Filterbecken läuft das Wasser im Ottweiler Ludwig-Jahn-Bad. FOTO: Marc Prams
Jede Menge Technik verbirgt sich hinter dem Kreislauf, der für sauberes Wasser sorgt.
Jede Menge Technik verbirgt sich hinter dem Kreislauf, der für sauberes Wasser sorgt. FOTO: Marc Prams
Frank Romeike kontrolliert das Wasser / Durch die drei riesige Filter läuft das Wasser/ Jede Menge Technik verbirgt sich hinter dem Kreislauf, der für sauberes Wasser sorgt.  Foto: Marc Prams
Frank Romeike kontrolliert das Wasser / Durch die drei riesige Filter läuft das Wasser/ Jede Menge Technik verbirgt sich hinter dem Kreislauf, der für sauberes Wasser sorgt. Foto: Marc Prams FOTO: Marc Prams
Wer an heißen Sommertagen ins Freibadbecken springt, erwartet einwandfreies Wasser. Frank Romeike bei einer seiner regelmäßigen Kontrollen am Beckenrand.
Wer an heißen Sommertagen ins Freibadbecken springt, erwartet einwandfreies Wasser. Frank Romeike bei einer seiner regelmäßigen Kontrollen am Beckenrand. FOTO: Marc Prams