Corona-Lazarett : Ottweiler Halle wird Option für leichte Corona-Fälle

Kreis lässt Seminarsporthalle für Aufnahme von Patienten mit milderem Verlauf vorbereiten. Testzentrum siedelt im Bedarfsfall um.

Es ist eine Planung für den schlimmsten Fall, aber nach den jüngsten Erfahrungen in der französischen Nachbarregion will auch der Landkreis Neunkirchen auf alle Eventualitäten vorbereitet sein: Derzeit laufen Arbeiten, um aus der Seminarsporthalle Ottweiler ein Lazarett zu machen für leichtere Corona-Fälle. Landrat Sören Meng: „Nach dem Konzept für eine gesicherte ärztliche Versorgung des Sozialministeriums wird der Landkreis Neunkirchen die Seminarsporthalle Ottweiler als Versorgungszentrum einrichten.“ Aus Sicht der Kreisverwaltung sei die Halle für diese Aufgabe gut geeignet. Aktuell wird die nötige Infrastruktur geschaffen, mobile Sanitäranlagen lässt der Kreis zum Beispiel installieren. Meng: „Dies wird einige Tage in Anspruch nehmen.“ Im Moment ist die Corona-Teststation in der Halle untergebracht. Wird das Versorgungszentrum benötigt, erklärt der Landrat weiter, würde die Teststation nach Landsweiler-Reden in eine kreiseigene Halle verlegt. Es handelt sich dabei um die alte Werkstatt am Erlebnisort Reden.

Die saarländische Landesregierung hat eine Struktur entwickelt, wo welche Patienten in den kommenden Wochen behandelt werden (die SZ berichtete). Menschen mit einem sehr schweren Verlauf der Corona-Infektion werden in der Uniklinik in Homburg, im Klinikum auf dem Winterberg und in der SHG-Klinik in Völklingen behandelt. Daneben kümmern sich weitere Krankenhäuser um Patienten mit mittelschwerem Verlauf, unter anderem die Marienhausklinik in Ottweiler.

Versorgungszentren wie jetzt in Ottweiler geplant sollen schließlich im Notfall Patienten betreuen, die keine intensive Behandlung benötigen. Entweder, weil sie nur leicht erkrankt sind oder sich schon auf dem Weg der Genesung befinden. Das sorgt in den anderen Häusern für freie Kapazitäten.

Die Vorbereitungen für ein Lazarett in Ottweiler ist also auf ein Worst-Case-Szenario ausgerichtet. Das betont auch Landrat Meng: „Mir ist in diesem Zusammenhang wichtig, darauf hinzuweisen: Die Errichtung des Zentrums ist eine reine präventive Maßnahme, um im Bedarfsfall Menschen, die medizinische Hilfe benötigen und keinen schweren Verlauf der Infektion haben,  behandeln zu können. Ob es soweit kommt, dafür gibt es zur Zeit im Landkreis Neunkirchen keine Anhaltspunkte.“