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Sehr gutes Brot, sehr gute Prüfer

Sehr gutes Brot, sehr gute Prüfer

Ottweiler. "Ja ist denn hier eine neue Bäckerei?", fragte gestern Vormittag die ältere Dame beim Verlassen der Sparkasse in Ottweiler. Und sie war nicht die einzige, die sich für das rege Treiben gleich hinter dem Eingangstisch interessierte

Ottweiler. "Ja ist denn hier eine neue Bäckerei?", fragte gestern Vormittag die ältere Dame beim Verlassen der Sparkasse in Ottweiler. Und sie war nicht die einzige, die sich für das rege Treiben gleich hinter dem Eingangstisch interessierte. "Statt im stillen Kämmerchen haben wir uns vor einigen Jahren entschieden, die Brot- und Brötchenprüfung der Bäckerinnung in der Öffentlichkeit durchzuführen", erklärte Harry Barthold aus Oberkirchen. Er nahm als einer der sieben Bäckereien aus den Landkreisen Neunkirchen und St. Wendel an der freiwilligen Qualitätskontrolle teil und saß mit zwei Kollegen hinter dem Tisch, um Prüfer Karl Ernst Schmalz zu assistieren. "Wir kennen keinen Konkurrenzkampf. Nach Jahren wird man vielleicht schon ein wenig betriebsblind", erzählte Martin Steimer aus Wiesbach. Gemeinsam mit Otto Drehmer aus Niederlinxweiler saßen die drei Herren den ganzen Vormittag mitten zwischen 28 Brot- sowie 23 Brötchensorten. Und das, nachdem sie alle in der Nacht in ihren Backstuben gearbeitet haben. "Das ist ein bisschen wie Hobby, aber man ist eben neugierig", sagte Barthold. Neugierig darauf, was die Kollegen machen, aber auch auf das Ergebnis, das erst nach eingehender Prüfung durch Schmalz gegen Mittag bekannt gegeben wurde. Doch zuvor wurden alle Backwaren auf Knusprigkeit, Geruch, Geschmack und Krumenbeschaffenheit getestet. "Und heute ist es besonders schwer ein gutes Ergebnis abzuliefern. Da erkenne ich gleich, wer trotz dieser Wetterlage sehr gute Qualität abliefert", so Schmalz.Die Brote, angefangen vom Misch-, Roggen-, Bauern- bis zum Vollkornbrot sollen bei der Prüfung einen Tag alt sein, die Brötchen sind zwischen einer und sechs Stunden alt, da sonst die Knusprigkeit leidet, wie Schmalz erklärte. Und er testete mit seinem großen, scharfen Messer. Zusammendrücken, aufschneiden, anschauen, riechen, fühlen und schmecken und dann ein Urteil fällen. Neben seiner Ausbildung als Bäckermeister hat Schmalz eine sensorische Prüfung abgelegt und besucht stets Fortbildungen. "Klar, wo Menschen entscheiden, kann es nicht immer völlig objektiv zugehen.", waren sich die Bäckermeister einig. Sie jedenfalls vertrauen dem Urteil von Karl Ernst Schmalz. Und das fiel mit 56 Prozent sehr gut, 32 Prozent gut und zwölf Prozent zufriedenstellend hervorragend aus.

Auf einen BlickTeilgenommen haben: Die Bäckereri-Betriebe von Martin Steimer, Roland Schaefer, Bernd Riefer ,Werner Krämer , Otto Drehmer , Harry Barthold und Berthold Gillen. cim Auf einen Blick