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Schulstandort Ottweiler
Schulfoto zur Erinnerung übergeben

Elke Riedel und Franziska Feller (r.) mit der Fotografie des Lehrerseminars, das, 1876 errichtet, am heutigen Gymnasium beheimatet war.
Elke Riedel und Franziska Feller (r.) mit der Fotografie des Lehrerseminars, das, 1876 errichtet, am heutigen Gymnasium beheimatet war. FOTO: Ralf Hoffmann
Ottweiler. Ottweiler war schon immer Bildungsstandort, daran erinnert heute das Saarländische Schulmuseum.

Ottweiler ist seit dem Mittelalter ein Schulstandort. Darauf weist das Amt für Öffentlichkeitsarbeit hin. Erste Ansätze, wenn auch in überschaubare Weise, gab es wahrscheinlich im Kloster Neumünster. Hinweise auf die Erziehung und Bildung der nachfolgenden Generation für die Zeit der Burg und des Schlosses gibt es nicht.



Im 18., 19. und 20. Jahrhundert kamen weitere Schulen mit wechselhaftem Schicksal dazu. Nicht unerwähnt soll eine Lateinschule bleiben, die von 1739 bis 1790 geführt wurde. Im 19. Jahrhundert gab es neben Volksschulen auch eine weiterführende Schule. Ein eigens ausgewiesener Schulweg und das Saarländische Schulmuseum in der Goethestraße 13 erinnern an die schulische Tradition in der Stadt.

Neben den steinernen Zeugen in Form verschiedener Gebäude gibt es andere Nachweise und Quellen für den schulischen Bereich, so seit dem Ende des 19. Jahrhundert auch die Fotografie.

Ein Beispiel dafür: Eine vergleichsweise großformatige Schwarzweiß-Fotografie zeigt offenbar eine Gruppe von Absolventen des Lehrerseminars, das, 1876 errichtet, am heutigen Gymnasium beheimatet war. In der Kaiserzeit, in der frühen Weimarer Zeit, nach dem Zweiten Krieg und bis zu den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts sind in Ottweiler Lehrer ausgebildet worden. Später, nach der Einrichtung eines Aufbaugymnasiums folgte an dieser Stelle die Gründung des Gymnasiums Ottweiler.

Eine Ottweiler Bürgerin, Elke Riedel, schenkte die gut erhaltene Fotografie dem Saarländischen Schulmuseum, dies in Begleitung ihrer Enkelin Franziska Feller, einer angehenden Lehrerin. Elke Riedel: „Ich fand die Aufnahme vor Jahren auf dem Flohmarkt und nehme regen Anteil an der kulturellen und musealen Entwicklung meiner Heimatstadt. Gerne gebe ich sie in den Bestand des Saarländischen Schulmuseums, dessen Arbeit ich schätze.“



Die stolzen jungen Männer aus der Kaiserzeit, die ihre Lehrerausbildung beendet hatten, tragen schwarze Überkleider mit steifen weißen Krägen, halten vereinzelt Hüte oder Stöcke in den Händen, sitzen oder stehen vordergründig in einer vom Fotografen gezeichneten Landschaft, dem das Ottweiler Stadtbild mit dem Wehrturm und mit der Lehrerbildungsanstalt als Hintergrund dient. Über eine ähnliche Fotografie verfügt das Saarländische Schulmuseum bereits, auf der neben den Absolventen auch die damaligen Dozenten versammelt sind. Die Aufnahme stammt von Foto Weingard. In der unmittelbaren Tradition des Fotografenmeisters Weingard standen die Firmen Foto Germer und Foto Klotz.

In der Gegenwart entwickelt sich der Schulstandort Ottweiler weiter: Als mit dem Landessiegel „Familienfreundliche Kommune“ ausgezeichnete Stadt verfügt Ottweiler über vorschulische Einrichtungen in städtischer, kirchlicher und freier Trägerschaft – über Krippen, Kindergärten, Ganztagsplätze für Kinder, zwei Grundschulen mit einer ständigen Dependance in Fürth, eine Gemeinschaftsschule und ein Gymnasium. Zudem gibt es eine Stadtbücherei, eine Musikschule der Stadt, private Musikschulen und die Volkshochschule Ottweiler, die der Kreisvolkshochschule mit Sitz in Ottweiler angeschlossen ist.