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Paul-Gerhard Zeiger aus Ottweiler ist seit über 60 Jahren im Ehrenamt tätig

Ehrenamt : Seiner Heimat Ottweiler treu verbunden

Paul-Gerhard Zeiger ist seit über 60 Jahren im Ehrenamt tätig.

Über ein bewegtes Leben weiß Paul-Gerhard Zeiger, 79 Jahre alt, zu berichten. Ein Leben lang seiner Heimatstadt und ihrer Geschichte eng verbunden, führten ihn seine Wege im Ehrenamt nach Frankreich, Griechenland, Rumänien, in die Ukraine und sogar nach Afrika, nach Burkina Faso. Er kam aktuell einer Einladung des Bürgermeisters ins Rathaus nach. Dieser wollte ihm für seinen langjährigen Einsatz im Ehrenamt danken, wie es in einer Pressemitteilung weiter heißt. Vor allem danken für seine überzeugende Darstellung in der Rolle als herrschaftlicher Oberamtmann der Stadt. Als historisch gewandete Persönlichkeit führte er neben der Reichsgräfin, dem Stadtschreiber, dem Nacht- und Turmwächter und anderen mehr immer wieder Gäste durch die Ottweiler Altstadt und begeisterte diese.

„Nun, fast 80 Jahre alt, gebe ich die eine oder andere Verpflichtung auf, darunter auch die Rolle des herrschaftlichen Oberamtmanns“, berichtete Zeiger. „Ich sah es immer als Pflicht an, meiner Heimatstadt zu dienen“, erklärte Paul-Gerhard Zeiger weiter, der aber nicht nur die touristische Entwicklung der Stadt auf entscheidende Weise begleitete. „Ich trat vor fast 60 Jahren in die SPD ein und war für diese im Ortsrat und im Stadtrat tätig“, erzählte der Besucher. Im Sinne des einstigen US-Präsident Kennedy habe er stets nach dem Motto gehandelt: „Frage nicht, was Dein Land für Dich tun kann, sondern was Du für Dein Land tun kannst.“

Gerne hat er für Ottweiler die Entwicklung der Vereinsfamilie vorangebracht, etliche Verein mitgegründet oder zumindest weiter auf- und ausgebaut, so den Tanzsportclub Residenz, den Verein für das Stadtgeschichtliche Museum Ottweiler, den Heimat- und Verkehrsverein der Stadt Ottweiler und den Verein zur Förderung der Städtepartnerschaften. „Ich war über 60 Mal in St. Rémy en Bourgogne, in unserer Partnerstadt, und fahre auch weiter zu Freunden, mit denen ich seit 30 Jahren einen guten Kontakt habe. Ja, ich fuhr auch nach Vrilissia, in unsere griechische Partnerstadt, in der Nähe von Athen, begleitete unser Besuchsprogramm und knüpfte familiäre Kontakte zu einem griechischen Ehepaar. Daran sieht man, dass mir die Verständigung über die Grenzen hinweg eine Herzensangelegenheit war und ist.“

Höhepunkt innerhalb der partnerschaftlichen Beziehungen war für den Ottweiler Bürger eine Reise mit etwa 20 Franzosen zu deren Partnerstadt Puni in Burkina Faso. In Begleitung von vier Deutschen, darunter der Ottweiler Künstlerin Margit Bauer, ging es von Paris-Orly in das westafrikanische Land. „Auf dieser Reise konnte ich Erkenntnisse gewinnen und Erfahrungen sammeln, die einem Mitteleuropäer ansonsten verborgen bleiben.“

Er schloss sich schon vor Jahren der Ottweiler Rumänienhilfe an und begleitete Hilfstransporte in das frühere Ostblockland. Zwei aufwändige Operationen konnte er später für einen jungen Rumänen in Ottweiler organisieren. Dies gelang ihm in Verbindung mit dem früheren Ottweiler Bürgermeister Hans-Heinrich Rödle, mit der Ärzteschaft des Ottweiler Kreiskrankenhauses, mit seiner Familie und seinem Freundeskreis. Spannend ist auch eine Episode aus der Zeit des Eisernen Vorhangs: Paul-Gerhard Zeiger überbrachte einen größeren DM-Betrag aus einem Nachlass in die damalige DDR. Das war insofern eine gewagte Transaktion, weil sie geheim und ohne Kenntnis der Behörden ablaufen musste. Wäre die Aktion aufgeflogen, so wäre er ins Gefängnis der DDR gewandert. „Die Kontaktaufnahme für die Geldübergabe erfolgte auf der Straße, wir kannten uns nicht. Es war wie in einem Spionagethriller.“

Der Rechtspfleger im Ruhestand widmete sich ebenfalls über 20 Jahre der ehrenamtlichen Aufgabe als Schiedsmann und begleitete viele Jahre das Amt des Vorsitzenden der Schiedsmannsvereinigung Saar-Ost.

„Ich sehe, Herr Zeiger, Langeweile kannten Sie nicht“, schmunzelte der Bürgermeister. Woraufhin der Besucher antwortete: „Genau. Ich stehe auch meiner Heimatstadt weiter zur Verfügung, wenn mein Rat oder meine Tat gefragt sein sollten.“ Abschließend dankt der Bürgermeister Paul-Gerhard Zeiger für sein Wirken und wünschte alles Gute für den weiteren Lebensweg.