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Gewerbetreibende befürchten das Aus
Sorge um den Wochenmarkt

Ottweiler. Das modifizierte Verkehrskonzept war das große Thema beim Ortsrat Ottweiler.

Wird es eng für den Ottweiler Wochenmarkt – eine Institution, die bis auf das Jahr 1552 zurückgeht, als die Residenzstadt die Marktrechte erhielt? Apotheker Manuel Meissner und Armin Bettinger, Vorsitzender des Gewerbevereins, jedenfalls befürchten das Schlimmste, sollte die Sammetgasse weiterhin regelmäßig gesperrt werden. Das kam bei der Sitzung des Ortsrates zur Sprache, die sich generell eines großen öffentlichen Interesses erfreute.


Seit fast drei Jahren beschäftigt man sich nun schon mit dem Verkehrskonzept, bilanzierte Ortsvorsteher Michael Schmidt eingangs. Nach der Auswertung von 38 schriftlichen Stellungnahmen und 100 Meldungen über Facebook im Internet sowie einer Befragung vor Ort von 90 Bürgern an mehreren Markttagen und Fahrzeugzählungen plus Geschwindigkeitsermittlungen kam die Verwaltung zu dem Schluss, dass „durch die eingeleiteten Maßnahmen die vorgegebenen Ziele des Verkehrskonzeptes für die Altstadt erreicht“ werden.

Konnte doch „das Sicherheitsgefühl durch eine Reduzierung der Fahrzeugbewegungen und der gefahrenen Geschwindigkeiten objektiv gestärkt“ werden. Gleichwohl dies zum Teil „subjektiv noch nicht so wahrgenommen wird“. Die Aufenthaltsqualität in der Ottweiler Altstadt wuchs durch die am Wochenende vorgenommene Sperrung der Sammetgasse für den Durchgangsverkehr merklich. Wobei der personelle Aufwand seitens des städtischen Bauhofs noch verhältnismäßig groß ist. Entlastung brächten hier beispielsweise elektrisch versenkbare Poller in der Sammetgasse und elektronische Verkehrs-/Hinweisschilder, was aber finanziell derzeit nicht zu stemmen ist.



Möglich wäre auch „eine saisonale Sperrung der Sammetgasse in den Sommermonaten mittels eines dauerhaft eingebauten Pollers“. Generell bilanziert man eine geordnetere Parkraumbewirtschaftung und eine „Zunahme der Parkplätze in der Altstadt“. Zusammengefasst wurde die Entwicklung durch Thomas Maus-Holzer, Vizeleiter des Ordnungsamtes, mit einer Präsentation.

Den Antrag der SPD Fraktion, den Rathausplatz, die Enggaß sowie das Pauluseck 1-4 als Fußgängerzone zu widmen, dampfte die CDU-Fraktion auf die Enggaß ein. Was dann auchmit acht gegen vier Stimmen mehrheitlich beschlossen wurde. In der späteren Einwohnerfragestunde meldete sich Meissner zu Wort: Seine stichprobenartigen Nachfragen haben ergeben, dass es deutliche Umsatzeinbußen bei den Marktbetreibern gibt aufgrund der zwecks Verkehrsberuhigung am Schlossplatz / Rathausplatz getroffenen Maßnahmen. Diese wirken „pauschal abschreckend“. „Dem Bürger sind die differenzierten Sperrzeiten der Poller zu kompliziert. Er meidet den Bereich am Wochenende, womöglich in Zukunft auch generell.“ Was die weiteren Bemühungen, den Wochenmarkt zu beleben, konterkariere.

„Die ordnungspolitisch zuletzt ergriffenen Maßnahmen Beschilderung, Poller, Strafandrohung laufen dem diametral entgegen. Sie gefährden den Wochenmarkt und sollten schnellstmöglich rückgängig gemacht werden.“ Als nächstes wird sich nun der Bau-, Umwelt- und Sanierungsausschuss in öffentlicher Sitzung dem Thema widmen.

(nig)