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Ottweiler wird für eine Woche zum Nabel der Akkordeon-Welt.

Konzert : Ottweiler als „Nabel der Akkordeonwelt“

Die Landesakademie für musisch-kulturelle Bildung veranstaltet die 16. Internationale Seminarwoche. Auftakt mit einem begeisternden Konzert.

Zum Auftakt der 16. Internationalen Akkordeon-Seminarwoche (IASW) veranstaltete der Saarländische Akkordeonverband (SAV) am Freitag in der Ottweiler Ellipse seine traditionelle Akkordeon-Nacht. Organisiert wird die IASW von Beginn an von Kerstin Bludau-Weitzel in ehrenamtlicher Tätigkeit. Die mit international renommierten Solisten besetzte Veranstaltung steht erneut unter der Schirmherrschaft von Minister Ulrich Commerçon und endet am 26. Juli.

Die Vorsitzende des SAV, Silke Sieren, strahlte bei ihrer Eröffnungsrede vor vollbesetztem Haus  Freude darüber aus, dass es bei den Seminaren zu einem Wiedersehen mit Professor Hugo Noth kommt. Noth, 77 Jahre, war vor mehr als 34 Jahren einer der Initiatoren der IASW und kehrt nach zehnjähriger Abwesenheit nach Ottweiler zurück. Gemeinsam mit Eugen Tschanun sorgte Noth dafür, dass die Seminarwoche zum Verbindungsmodell zwischen Jugendförderung und Hochkultur wurde. Die im Zwei-Jahre-Rhythmus stattfindende IASW wird in diesem Jahr von 25 Teilnehmern aus Deutschland, Finnland, Schweiz, Slowenien, Belgien, Estland, Spanien und China besucht. Da die mehrfach international ausgezeichneten Solisten des Abends gleichzeitig die Dozenten der IASW sind, bezeichnete Bernhard Stopp, Referatsleiter Musik und Breitenkultur im Kultusministerium, Ottweiler als „Nabel der Akkordeonwelt“.

Die Dozenten Mie Miki, Hugo Noth, Veli Kujala, Claudia Buder und Stephan Bahr bieten vier Kurse an: je einen Meisterkurs und Kammermusikkurs, einen Improvisationskurs für Jazz sowie pädagogische Referate. Die Studierenden können dabei zwischen zwölf Kurskombinationen wählen und während des rollierenden Unterrichts die Dozenten wechseln.

Den musikalischen Teil des Abends eröffnete die Künstlerin Mie Miki mit einem Mix aus klassischer Kammermusik von Johann Sebastian Bach, Domenico Scarletti und Karlheinz Stockhausen. Miki, die als Solistin mit den großen Orchestern der Welt auftritt, erhielt 2017 den Grammophon Award und wurde 2018 bei Opus Klassik zur Instrumentalistin des Jahres gekürt. Claudia Buder (Akkordeon) und Sabine Schramm (Schauspiel) führten die Zuschauer anschließend in ein Labyrinth, das einige Rätsel aufgab. Die Linie führte aus der gewohnten Bahn in ungewohnte Wendungen. Ton für Ton, Schritt für Schritt, Wort für Wort: Der Weg zum Zentrum gleicht einem Irrgarten.

Im Anschluss begeisterte Altmeister Hugo Noth mit Werken von András Hamary, Domenico Scarletti und Joseph Hayden. Den Schluss des Konzertabends übernahm der finnische Künstler Veli Kujala, der für seine außergewöhnlichen Interpretationen zeitgenössischer Musik weltweit bekannt ist. Kujala nahm zum dritten Mal an der Akkordeon-Nacht teil und riss seine Zuhörer wie immer zu Begeisterungsstürmen hin.