Ottweiler steht vor Gericht: Mutter mit 50 Messerstichen getötet

Prozessauftakt am Saarbrücker Landgericht : Mutter mit 50 Messerstichen getötet – Mann (53) aus Ottweiler wird Prozess gemacht

Ob der Angeklagte überhaupt schuldfähig ist, soll während der Verhandlungen geklärt werden.

Es war eine grauenhafte Entdeckung in einem Haus in Ottweiler: Eine 74 Jahre alte Frau lag tot in ihrer Wohnung. Mit 50 Messerstichen umgebracht, wie die Obduktion an der Homburger Uniklinik ergab. Im Verdacht, diese Bluttat begangen zu haben: ihr Sohn. Der 53-Jährige hatte mit seiner Mutter zusammengelebt.

Zum Prozessauftakt nochmals Drama geschildert

Ermittler gehen in das Haus in Ottweiler, wo am 24. Januar 2019 eine Frau mit 50 Messerstichen umgebracht worden ist. (Archivaufnahme). Foto: BeckerBredel

Die Saarbrücker Staatsanwaltschaft erhob Ende Mai Anklage wegen Totschlags. Seit Mittwoch (27. Juli) muss sich der mutmaßliche Täter nun vor dem Saarbrücker Landgericht verantworten. Während des ersten Verhandlungstages ging es hauptsächlich darum, noch einmal den Fall zu schildern, der im Januar in Ottweiler und darüber hinaus für Entsetzen gesorgt hatte.

Keine Gegenwehr bei Festnahme

An jenem Morgen des 24. Januars hatte der Mann nach der Messerattacke selbst die Polizei alarmiert. Als die Ermittler am Tatort eintrafen, ließ er sich widerstandslos festnehmen und gestand, seine Mutter getötet zu haben.

Psychisch krank

Bereits vor Prozessauftakt war bekannt geworden, dass der Angeklagte unter einer psychotischen Schizophrenie leide. Bei dieser Krankheit treten Wahnvorstellungen auf. Zudem fehlt davon betroffenen Patienten meist die Einsicht, überhaupt krank zu sein. So könnte in diesem konkreten Fall der Sohn auf sein Opfer eingestochen haben, ohne sich bewusst zu sein, dass er Unrecht begeht.

Seit Januar in einer Klinik

Seit dem schrecklichen Ereignis ist der Ottweiler in einer Psychiatrie untergebracht. Er soll auf Medikamente eingestellt gewesen sein, die er aber zur Tatzeit abgesetzt hatte. Sollten die Richter seine Krankheit als Auslöser für die Tat erkennen, könnten sie verfügen, dass er nach einem Urteil dauerhaft in einer Klinik untergebracht wird. Die Staatsanwaltschaft geht bereits in ihrer Anklage davon aus, dass der 53-Jährige wegen seiner psychischen Erkrankung schuldunfähig ist und deshalb im Krankenhaus bleibt.

Der Prozess soll am Mittwoch, 24. Juli, fortgesetzt werden. Vorläufig sind drei Verhandlungstage angesetzt.

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