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Ortsrat
Stadt, Verkehrslärm und ein „Papiertiger“

Ottweiler.

Windkraft und Lärm waren die beiden Themen, mit denen sich der Ortsrat Ottweiler am Montag hauptsächlich beschäftigte. Angestoßen wurde die Teiländerung des Flächennutzungsplanes (FNP) „Windenergie“. Damit reagiert die Verwaltung auf die Änderung des Landeswaldgesetzes, wonach Windkraftnutzung auf Waldflächen des SaarForst-Landesbetriebes nur noch eingeschränkt möglich ist. Zudem gibt es neuere Entwicklungen wie die Anwendung eines neuen Berechnungsverfahrens zur Schall­ausbreitung von Windenergieanlagen (Interimsverfahren) und die Fortentwicklung der Anlagentechnik, die eine Überprüfung und Anpassung der Flächenkulisse für die Windkraftnutzung erforderlich erscheinen lassen. Aus diesem Gründen soll das Verfahren zur Änderung des FNP in Gang gesetzt werden.


Allein, „große Auswirkungen wird das sehr wahrscheinlich keine haben“, erklärte Bauamtsleiter Gerhard Schmidt. Außer vielleicht im Stennweiler Wald, der als Konzentrationszone für Windkraftnutzung ausgewiesen ist. Konkret geplant sei dort allerdings derzeit ohnehin nichts.

Einen „echten Papiertiger“ nannte Schmidt die Lärmaktionsplanung 2018, die auf einer EU-Richtlinie beruht. So sinnvoll es ist, gegen den gerade in Ottweiler fraglos vorliegende immensen Verkehrslärm anzugehen, so sehr sind der Stadt da die Hände gebunden. Obliegt es doch dem Verkehrsträger der lärmverursachenden Straßen, entsprechende Maßnahmen durchzuführen. „Bei uns sind Bundes- und Landesstraßen die Hauptemittenten.“ Würde man beispielsweise die Höchstgeschwindigkeit in der Martin-Luther-Straße auf 30 Stundenkilometer beschränken, hätte das „einen großen Effekt“ – und für die Autofahrer würde es nur eine Minute zusätzlicher Fahrzeit bedeuten. Ähnlich liegt der Fall bei der Saarbrücker Straße. Doch der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) „weigert sich strikt, die Geschwindigkeit in den Ortsdurchfahrten zu begrenzen“, so Schmidt. „Das werden wir mit den LfS noch mal diskutieren.“ Es besteht auch noch die Möglichkeit, Lärmschutzmaßnahmen an den Gebäuden vorzunehmen.



Ortsvorsteher Michael Schmidt regte an, die Ampelanlagen vor allem nachts so einzustellen, dass der Durchfahrtsverkehr an der roten Ampel halten muss, was zu einer Geschwindigkeits- und damit einer Lärmbegrenzung führen würde – was schon in anderen Städten erfolgreich praktiziert werde.

Für Verwirrung sorgt derzeit bei den Bürgern die Schließung der Fußgängerbrücke am Bahnhof. „Da gab es schon einige Anrufe bei mir“, verriet der Ortsvorsteher. Bauamtsleiter Schmidt konnte Entwarnung geben: Lediglich drei Tage ist die Eisenbahnbrücke gesperrt. In dieser Zeit beseitigt die zuständige Firma aufgefallene Mängel. So weisen einzelne Treppenstufen ein gegenläufiges Gefälle auf, wo sich Pfützen bilden können. In Sachen Taubenplage habe man dem beauftragten Unternehmen gekündigt und versuche jetzt schnellstmöglich, einen neuen Anbieter zu finden. Dieser soll mit dem Anbringen von Netzen oder Ähnlichem dafür sorgen, dass keine der im Volksmund gern „geflügelte Ratten“ genannten Vögel mehr unter der Brücke brüten.