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Ortsrat hat getagt
„Grüne“ Themen standen im Vordergrund

Biene auf Rapsblüte: Mit einem neuen Mähplan will die Stadt Ottweiler das Futterangebot für Insekten verbessern.
Biene auf Rapsblüte: Mit einem neuen Mähplan will die Stadt Ottweiler das Futterangebot für Insekten verbessern. FOTO: dpa / Jan-Peter Kasper
Fürth. Um Aufforstung, Grün- flächen und Windkraft ging es im Ortsrat Fürth. Umwelt-beauftragter Christoph Hassel gab Auskunft. Von Heinz Bier

In der Sitzung des Ortsrates Fürth am Dienstagabend war Christoph Hassel in jeder Hinsicht ein gefragter Mann. Der Mitarbeiter des Amtes für Stadtentwicklung und Umwelt, der gemeinsam mit Sascha Veith und Verena Jochum vom Hauptamt der Stadt Ottweiler an der Sitzung im Feuerwehrgerätehaus teilnahm, hatte zu fast jedem Tagesordnungspunkt etwas zu sagen. Im Verlauf der Beratung über das Investitionsprogramm des Abwasserwerks für die Jahre 2018 bis 2022 wies Hassel darauf hin, dass in den geplanten Investitionen von rund einer Million Euro auch 100 000 Euro für die Kanalsanierung in der Wetschhauser Straße in Fürth im kommenden Jahr enthalten sind.


Die Informationen des städtischen Umweltbeauftragten zur Förderung der Biodiversität auf den kommunalen Grünflächen stießen auf massive Kritik des Ortsvorstehers, der sich bei diesem Vorhaben schlichtweg übergangen fühlt. „Das ist eine Unverschämtheit der Stadt Ottweiler“, wetterte der parteilose Otfried Ratunde und ergänzte: „Das ist die typische Arbeitsweise der Stadt Ottweiler, dass ein kleines Häufchen etwas entscheidet, ohne den Ortsrat oder den Ortsvorsteher zu informieren.“ Um die Biodiversität zu fördern, hat die Stadt Ottweiler ihren Mähplan für die städtischen Grünflächen überarbeitet. Hassel informierte den Ortsrat, dass für die verschiedenen Flächen unterschiedliche Mähintervalle festgelegt wurden, um damit zugleich das Nahrungsangebot insbesondere für bestäubende Insekten zu verbessern.

Einstimmig hat der Ortsrat den Grundsatzbeschluss zur Teiländerung des Flächennutzungsplans (FNP) Windenergie der Stadt Ottweiler gebilligt. Hintergrund ist, dass die Stadt schon 2014 ihren FNP geändert hat, um Konzentrationszonen für die Windkraftnutzung auszuweisen.



„Wir wollen den FNP noch einmal überarbeiten“, kündigte Hassel an und verwies als Begründung auf Änderungen im Landeswaldgesetz, wonach die Windkraftnutzung auf Flächen des Saarforst-Landesbetriebs nur noch eingeschränkt möglich ist. Zudem, so sagte Hassel weiter, gebe es neue technische Entwicklungen und Erkenntnisse, die eine Überprüfung und Anpassung der Flächen für die Windkraftnutzung erforderlich machten. Danach informierte Hassel den Ortsrat über eine Erstaufforstung von landwirtschaftlichen Flächen in Fürth als Ausgleichsmaßnahme für Waldflächen, die für einen Windpark bei Saarbrücken in Anspruch genommen wurden.

Schließlich hat der Ortsrat einstimmig den Maßnahmenentwurf zur Lärmaktionsplanung 2018 der Stadt Ottweiler befürwortet. Zuvor hatte Hassel die Mitglieder des Ortsrates darauf hingewiesen, dass sie selbst auch Vorschläge unterbreiten können für Bereiche, die in den Maßnahmenkatalog als so genannte „Ruhige Gebiete“ aufgenommen werden können. Der Ortsrat hat sich ebenfalls einstimmig dafür ausgesprochen, den bisherigen örtlichen Naturschutzbeauftragten Hans-Jürgen Koch für fünf weitere Jahre zu berufen. Seine Amtszeit war am 30. Juni abgelaufen.