Oldtimer frisch aufpoliert

Ottweiler. Parkende Autos in der Altstadt von Ottweiler und dazu ein lächelnder Polizist, der keine Strafzettel verteilt. Da kann es sich nur um das beliebte Oldtimertreffen handeln. Gut 200 Teilnehmer kamen am Sonntag in die Residenz, um vor malerischer Kulisse zu präsentieren, was sonst meist in der Garage steht

Ottweiler. Parkende Autos in der Altstadt von Ottweiler und dazu ein lächelnder Polizist, der keine Strafzettel verteilt. Da kann es sich nur um das beliebte Oldtimertreffen handeln. Gut 200 Teilnehmer kamen am Sonntag in die Residenz, um vor malerischer Kulisse zu präsentieren, was sonst meist in der Garage steht. Mittendrin Organisator Gerrit Oestreich, der bei dem Andrang starke Nerven beweisen musste. Und am Morgen kam dann auch noch die Sorge um das Wetter hinzu, denn viele der Teilnehmer lassen ihre Autos und Motorräder bei Regen oder Gewitter gar nicht erst auf die Straße. Aber am Nachmittag brannte die Sonne ganz schön vom Himmel und ließ die Karossen aus den vergangenen Jahrzehnten noch ein bisschen mehr leuchten. Denn während heute vor allem silber und schwarz die Autowelt beherrscht, gab es gerade in den 60er und 70er Jahren Autos in vielen bunten Farben. Und die buhlten bei den zahlreichen Gästen um die Wette, waren sie doch alle toll restauriert und frisch aufpoliert. So wie das Cabriolet von Raymond Antinori aus Luxemburg. Bereits zum zweiten Mal war er mit seinem Oldsmobile Cutless 442 (Baujahr 1966) in Ottweiler zu Gast. "Wir fahren nie aus der Garage, ohne den Wagen vorher zu waschen und zu polieren", erklärte er und entschuldigte einige Spritzer, die eine Pfütze auf der Hinfahrt verursacht hatte. Gerade einmal 1250 Euro hat er für den damals grünen Amischlitten, der 23 Jahre in einer Garage schlummerte, bezahlt. "Stolze 30 000 Euro und unzählige Arbeitsstunden hat mich die Restaurierung gekostet, doch ich bin sehr zufrieden mit dem Auto", schwärmt er. Auch die Anreise aus Luxemburg lässt er sich so einiges kosten, verschlingt sein Wagen doch stolze "acht Liter auf 50 Kilometer", wie er scherzte. Kennzeichen OTW gerettetNicht so weit zu fahren hatte Jürgen von Essen mit seinem Mercedes 200 D (Baujahr 1973). Er zeigt sich weniger stolz auf seinen Wagen, als vielmehr auf das Nummernschild. "Sehen Sie, da prangt noch ein OTW auf dem Schild. Und es hat mich ganz schön viel Überredungskünste gekostet, dass ich es behalten darf", erzählte der Wiesbacher. Doch nicht nur Automobile der diversen Fabrikate, sondern auch eine Vielzahl Motorräder fanden ihre Bewunderer. So wie das Modell "Nimbus" (Baujahr 1949), das durch seine offene Bauweise vor allem die Technikfreunde ansprach. Mit ihm angereist war Bernd Zewe aus Heusweiler, der schon seit Jahren kommt. "Überhaupt gibt es sehr viele Stammgäste, aber auch immer wieder neue Anfragen erreichen uns", so Oestreich, der sich am späten Nachmittag sehr zufrieden mit der Veranstaltung zeigte. red

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