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Mit gegenseitiger Rücksichtnahme für eine schönere Stadt

Mit gegenseitiger Rücksichtnahme für eine schönere Stadt

Eine Masterarbeit eröffnet neue Möglichkeiten zur Umgestaltung der Stadt Ottweiler. Der Schwerpunkt liegt in einer Umgestaltung der Verkehrsführung. Diese soll unter anderem auch dem Einzelhandel zugutekommen.

Vieles hat man sich in Ottweiler vorgenommen, um die Stadt noch attraktiver zu machen. Wie es jetzt in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus heißt, ist eine von Laura Selzer und Christian Schmidt vorgelegte Masterarbeit, die die verkehrliche und straßenräumliche Entwicklungskonzeption für die Ottweiler Altstadt beinhaltet, im Bauausschuss auf reges Interesse gestoßen. Die beiden führten darin das Planungsmodell des "shared space" an. Es besteht darin, dass durch die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer eine Aufwertung des öffentlichen Raumes entstehen soll. Dadurch soll auch der Einzelhandel gestärkt werden können. Gegenseitige Rücksichtnahme steht im Vordergrund: Eine klare Trennung zwischen Gehweg und Straße gibt es nicht. Eine gesetzliche Regelung dazu ist nicht vorhanden. Erfahrungen liegen aus deutschen Städten, aus den Niederlanden, aus Dänemark und aus Großbritannien vor.

In Bohmte (Nähe Osnabrück) war die Mehrzahl der Bevölkerung mit der Verbesserung der Sauberkeit und Gemütlichkeit zufrieden. Zusätzlich war ein leichter Anstieg im Punkt Jugendfreundlichkeit zu erkennen. Keine Veränderung ergab sich laut Einwohnerbefragung bei Senioren- und Kinderfreundlichkeit sowie Verkehrssicherheit.

Eine Anregung für Ottweiler ist in der Beachtung der Barrierefreiheit zu sehen: Das ansprechende vorhandene Natursteinpflaster der Altstadt kann zu Einschränkungen führen. Über Verbesserungen wird nachgedacht.

Enggass wird zur Einbahnstraße

Zudem erörtert die Masterarbeit, wie es weiter heißt, Varianten für eine Verkehrsführung, verbunden mit einer Öffnung der Enggass als Einbahnstraße. Bei Variante eins wird der aus Richtung Sammetgasse kommende Verkehr über den Rathausplatz und die Enggass zur Wilhelm-Heinrich-Straße geführt. Der Schlosshof ist nur aus Richtung Schlossstraße befahrbar.

Variante zwei sieht eine Öffnung der Enggass und des Rathausplatzes für den aus Richtung Wilhelm-Heinrich-Straße kommenden Verkehr vor. Zudem gebe es eine Einbahnregelung für den Schlosshof: Dieser ist nur für die aus Richtung Sammetgasse und Rathausplatz kommenden Fahrzeuge zugänglich. Variante drei stellte den derzeitigen Zustand dar, verbunden mit einer Öffnung der Fußgängerzone in Richtung Wilhelm-Heinrich-Straße.

Bei allen Änderungen muss die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr beachtet werden. Die Mannschaften der eingesetzten Feuerwehrfahrzeugen können ohnehin entgegen der Einbahnstraße fahren, Poller niederlegen und dergleichen mehr.

Bürger dürfen mitreden

Die bei Professor Jürgen Schneider (HTW Saar) vorgelegte Arbeit stelle eine außerordentliche Fleißarbeit und grundlegende Analyse mit Handlungsempfehlungen dar, heißt es in der Mitteilung abschließend. Wie die Zukunft der Altstadt zu gestalten ist, werde zu sehen sein. Sicher werde die Bürgerbeteiligung eine große Rolle spielen.