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Menschenwerk – weil Menschen es gemacht haben

Menschenwerk – weil Menschen es gemacht haben

Die Völklinger Hütte gab dem Buch „Menschenwerk“ den Namen. Geschrieben hat es Sabine Graf. Sie beschäftigt sich darin mit der Stadt Völklingen und ihrer Eisenhütte. Im Ottweiler Schulmuseum las sie Passagen daraus vor.

Wenn es im Saarland heißt: "Wir müssen uns nicht verstecken", was bedeuten soll, wir haben auch etwas zu bieten im Vergleich zu den restlichen Bundesländern, dann ist das ein Satz, mit dem die Autorin Sabine Graf nicht anzufangen weiß: "Wir sind da. Punkt." Mit viel Patriotismus, aber auch mit kritischem Blick auf saarländische Gepflogenheiten erzählte sie von dem kreativen Part des Schreibens, von ihrer Recherchearbeit und den Gedanken, die sie sich um ihre Figuren machte und las kürzere Abschnitte aus ihrem Buch "Menschenwerk" vor einem kleinen, aber interessierten Publikum im Ottweiler Schulmuseum am Sonntagmorgen.

Der Fokus dieses Buches liegt auf der Stadt Völklingen und ihrer Eisenhütte, dem heutigen Weltkulturerbe, ihren Menschen und ihren Geschichten, denn "Zahlen und Fakten merkt man sich am besten, wenn sie mit Geschichten verbunden sind". Die Völklinger Hütte gab dem Buch seinen Namen, "weil es um Menschen geht, die dieses Werk gemacht haben". Im Zuge ihrer Recherche stieß sie auf eine Zeitungsanzeige aus dem Jahre 1884, in der Röchling junge, kräftige Mädchen suchte, die dazu gebraucht wurden, um Eisenerz von einem Schiff zu einer Lore an Land zu tragen.

Das Kapitel "Eisenhut" beschreibt die schwere, körperliche Arbeit, bei der die Mädchen das Eisenerz in einem Korb auf dem Kopf über schwankende Planken bei jedem Wetter tragen müssen. Sabine Graf gibt ihren Zuhörern einen tiefen Einblick in ihr geistiges Schaffen, berichtet, wie die Figuren in ihrem Buch entstanden sind. So hat der Schiffer Welsch seinen Namen und seine cholerische Art von einem Lehrer von Graf, der stets mit hochrotem Kopf schreiend hinter seinen Schülern herrannte. Nach der Vorstellung des Buches entwickelte sich ein angeregter Austausch zwischen Autorin und Publikum über typisch saarländische Themen wie Maggi und Liebstöckel, Heinz Becker, die Völklinger Fischzucht und Menschen, die von außen ins Land kommen mit sogenannten "frischen Ideen". Müssen wir uns verstecken? Nein. "Wir sind da. Punkt."