Meinung : Ratlos aus dem Rat

Die Haltung des Ottweiler Stadtrates zum Thema Photovoltaik ist schon eine ganz ganz besondere. Auf der einen Seite sind sich Rathaus und Rat öffentlich einig, im Sinne einer lebenswerten Zukunft den Umwelt- und Klimaschutz zu stärken, also umweltschonende Energiegewinnung zu forcieren (mal abgesehen von der AfD).

Doch im Detail hat insbesondere die CDU immer mal wieder eine Auslegung dieses Zieles, die verblüfft. Denn sie wirkt mehr wie ein Verhinderer. Während der CDU-Bürgermeister der Stadt sich der Nachhaltigkeit verpflichtet hat. Aber auch bei der SPD kommt der Beobachter ins Grübeln. Im Ausschuss vergangene Woche mit der CDU in der Kritik zur Freiflächenplanung einig, im Stadtrat dann aber doch wieder nicht? Das lässt den Hörer im Rat ratlos auf die Szenerie schauen. Was wollen die Damen und Herren denn nun? Zumal die Stadt zwar ihren Senf zur Landesplanung für Solarmodule auf Wiesen und Äckern dazugeben darf, das Land darauf aber nicht reagieren muss. Gut, nach einigem Hin und Her geht jetzt die kritische Einschätzung aus Ottweiler ans Land. Ein Statement eher symbolischer Natur. Das Argument der Christdemokraten: Streuobstwiesen seien keine minderwertigen Agrarflächen, Bauern suchten nach Weideland. Deshalb wolle sie die Landesplanung nicht mit ihrem Votum unterstützen. Wer sich zum Beispiel die modernen senkrecht stehenden Solarmodule in Dirmingen anschaut, sieht, wie viel Platz auch eine Rinderherde zum Grasen hätte.

Natürlich sind Solarflächen auf Dächern besser als solche auf der Wiese. Und es ist zu verstehen, dass die Menschen nicht von Windrädern umzingelt werden wollen. Aber Strom wollen alle. Ach so, den aus der Steckdose.