Mehr Gäste beim Wannerschdach

Am 27. Dezember haben früher die Mägde und Knechte den Hof gewechselt. In Erinnerung an diesen Brauch findet alljährlich der Wannerschdach in Mainzweiler statt. Auch diesmal kamen viele Wanderer.

Die "Stärkungs- und Aufwärmstation" auf dem Faulenberger Hof in Mainzweiler , dem Zielort des Wannerschdachs, hatte gerade erst eröffnet, da trafen auch schon die ersten Wanderer ein - munter plaudernd und bester Laune. Darunter auch eine Gruppe von Hobby-Rock'n'Rollern aus verschiedenen Ortschaften, die in Hüttigweiler gemeinsam losgegangen war. "Wir sind schon seit vier, fünf Jahren bei jedem Wannerschdach dabei. Das hat in unserer Clique Tradition", erklärte Heinz Herrmann. Das letzte Stück des idyllischen Weges führte vorbei an Wiesen, Feldern und Pferden, die einen neugierigen Blick herüberwarfen, und endete schließlich vor dem Zelt, das an die Schnapsbrennerei des Hofes angestellt war.

Höchstens Schnee hätte man sich noch wünschen können, ansonsten war das Wetter für den Wannerschdach perfekt. Trocken und sonnig. Die Veranstalter - der Verein Bierebaam, Ortsvorsteher Udo Zägel und Hans, Christoph und Petra Rose vom Hof und der Brennerei Faulenberg - waren zufrieden. Bereits seit zehn Jahren lassen sie mit dem Wannerschdach einen alten Brauch wieder aufleben: "Am 27. Dezember haben früher die Mägde und Knechte den Hof gewechselt. Mit all ihrem Hab und Gut sind sie losgezogen und haben geschaut, wo sie für das nächste Jahr unterkommen", erklärt Stefan Dörrenbächer, Vorsitzender des Bierebaam. Der Verein hat sich die Pflege solcher Traditionen zur Aufgabe gemachten. Der heutige Wannerschdach jedoch findet einen Tag später als der ursprüngliche statt, damit nach den Feiertagen ein wenig Zeit für die Organisation bleibt. Aus den Kreisen Neunkirchen und St. Wendel wird nun sternförmig auf den Faulenberg zugewandert.

Das Gebiet um den Hof sei sowieso stark bewandert, sagt Christoph Rose. Der Römer- und andere Wege führten mehr oder weniger nahe daran vorbei und auch viele Kunden kämen zu Fuß. Von daher war es für ihn und seine Familie ein naheliegender Gedanke, beim Wannerschdach mitzumachen. Und der hat großen Erfolg: "Es werden von Jahr zu Jahr mehr Besucher", so Rose. Deshalb hat man erstmals von einem 150-Personen-Zelt umgesattelt auf ein Zelt mit 200 Sitz- und gut 40 Stehplätzen.

Dort gab es für die Wanderer erst einmal Kaffee oder auch Glühwein und Schnaps. Da alle zu Fuß da seien, könne man beim Wannerschdach einmal schön gemeinsam einen trinken, sagte ein Wanderer . Seine Gruppe komme immer früh, weil es am Nachmittag erfahrungsgemäß eng werde mit den Plätzen. Das traf auch diesmal, trotz größerem Zelt genauso ein. Etwa 800 Besucher werde man bis Ende des Wannerschdaches empfangen haben, schätzte Dörrenbächer am Nachmittag. "Nächstes Jahr werden wir vermutlich nochmals erweitern."