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Martin Maurer übergab dem Schulmuseum Ottweiler renoviertes Einzelpult

Schulmuseum in Ottweiler : Wo vor 100 Jahren die Schüler paukten

Von Pirmasens nach Ottweiler: Martin Maurer übergab dem Schulmuseum ein renoviertes Einzelpult.

Was Keller und Speicher verbergen, das kommt früher oder später zum Vorschein. So erfolgte im Zusammenhang mit einer Haushaltsauflösung in Pirmasens ein Anruf im Ottweiler Schulmuseum. Interesse an einer kostenfreien Übergabe eines Schreibpultes vorhanden? Ja, auf jeden Fall, zumal es sich um ein besonderes und höhenverstellbares Modell mit einigen aufwändigen Details wie Buchstütze, Fußablage und Bücherfach handelt. Der pensionierte Kunst- und Französischlehrer Martin Maurer, der sich gemeinsam mit seiner Frau Birgit,  eine frühere Kunstlehrerin, für das Schulmuseum engagiert, nahm  Kontakt mit dem Anrufer auf. Dieser, der Musiker Lutz Gillmann, hatte schon öfters vom Schulmuseum gehört, transportierte das über 100 Jahre alte Exponat zunächst zu seinem Wohnort nach Altenkessel und freute sich darüber, dass es nun eine Wiederverwendung finden sollte.

Bis es dazu kam, war einiges an Arbeit erforderlich. Martin Maurer brachte die Bank von Altenkessel in seine Werkstatt nach Welschbach und ging Schritt für Schritt die erforderliche Sanierung an. Staub und Ruß der Jahrzehnte sind inzwischen entfernt. Das Holz ist nun gut geölt. Sogar einen historischen Haken zum Aufhängen des Ranzens hat Martin Maurer an der dafür vorgesehenen Stelle wieder angebracht. Die wunderbare Patina ging nicht verloren. Abschließend brachte er das Einzelpult ins Schulmuseum. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Zwar verfügt das Schulmuseum über ähnliche gefertigte Einzelpulte und über historische Schulbänke. Historisch wertvoll ist das Ausstellungsstück in jedem Falle, aber auch finanziell. Im Internet wird ein solches gut erhaltenes Einzelstück mit 700 Euro angeboten. Diese Art der Einzelbank stand früher eher in den Stuben des wohlhabenden Bürgertums oder der Oberschicht. Vielleicht ist sie auch für den Privatunterricht genutzt worden. In einem Arbeiterhaushalt hätte man sie nicht vorgefunden.

Martin Maurer sagte nach der Anlieferung und mit Blick auf sein Werk: „Mir hat die Renovierung viel Freude bereitet. Ich habe die Arbeit gerne übernommen.“ Ralf Hoffmann, Leiter des Schulmuseum, ergänzte: „Ich danke Herrn Maurer, der in diesem Falle ein Exponat renoviert und uns gemeinsam mit seiner Frau Birgit für Führungen zur Verfügung steht.“

Das Saarländische Schulmuseum in Ottweiler bietet auf mehreren Etagen Exponate aus 1000 Jahren Schulgeschichte. Zahlreiche Schulklassen und Besucher erfreuten sich bis zum Beginn der Corona-Pandemie an den vom Museum angebotenen Führungen oder erkunden die Vitrinen und Räume auf eigene Faust. Ständig wechselnde Ausstellungsangebote bieten auch demjenigen neue Eindrücke, der schon einmal da war, während die Residenzstadt Ottweiler das historische Ambiente für einen spannenden Ausflug in die Geschichte der Schule liefert. Zwischenzeitlich ist das Museum in der Goethestraße 13 sonntags, dienstags und donnerstags von 14 bis 17 Uhr unter Einhaltung der Präventionsmaßnahmen geöffnet. Führungen sind auf Anfrage möglich unter Telefon (0 68 24) 46 49, im Internet unter schulmuseum@handshake.de. Eintritt: Erwachsene 3 Euro, Kinder 1,50 Euro, Familien 6 Euro, Preise für Schulklassen und Gruppenführungen bitte erfragen. Touristen mit der Saarland-Card der Tourismuszentrale haben freien Eintritt.

www.schulmuseum-ottweiler.net