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Liebe von rosenrot bis alltagsgrau

Liebe von rosenrot bis alltagsgrau

Verschiedenen Ideen und Facetten der Liebe näherte sich die Frankfurter Theatertruppe mit ihrem Programm „Liebe“. Noch bis zum 8. Oktober wartet das „Spielstark“-Festival mit jeder Menge Jugendtheater auf.

. Dass die Darsteller das Publikum beobachten, ist eigentlich verkehrte Welt - am Freitagabend im Ottweiler Schlosstheater aber wurde ganz unkonventionell einmal so herum gestartet, bei der Eröffnung des Theaterfestivals Spielstark. Fünf Personen standen stumm blickend auf der Bühne und beließen es auch erst mal ein Weilchen dabei. Irgendwie erleichtert war man da, als sie anfingen, flirtende Blicke zu verteilen, von ihren Wohnungen zu erzählen und davon, wie sie sich leidenschaftliche Momente darin vorstellen. Von romantischer Zweisamkeit im Wäscheberg bis zu einer Art Hamburg-Fetisch war alles dabei. Und schnell wurde klar, um was das Stück sich drehte: um die Liebe .

"Liebe " hieß auch diese Eigenproduktion, die die Gruppe Theaterperipherie aus Frankfurt/ Main präsentierte - mit Marcel Andrée, Meltem Kilinc, Silvana Morabito, Almut Poppinga und Bahar Sarkohi als Darstellern. Gemeinsam spürten sie verschiedenen Ideen und Facetten der Liebe nach.

Eindeutiger Höhepunkt dazwischen: die Einweisung von Sarkohi in den richtigen Auftritt beim Date. Ihre Kollegen schmissen mit guten Ratschlägen nur so um sich, hatten sogar Forschungs- und Umfrageergebnisse parat. Feminin, verspielt und intelligent ("nicht zu intelligent") sollte sie wirken, gleichzeitig geheimnisvoll, locker und hier und da melancholisch. "Nicht so egozentrisch! Unnahbarer! Poetischer, mit mehr Metaphern!", hämmerte es auf die zunehmend verwirrte junge Frau ein, bis diese schließlich ihr Gegenüber, einen Krankenpfleger (Andrée), nach seiner Lieblingskrankheit fragte, ihm von der Morbus Scheuermann vorschwärmte und mit irritierend eindeutiger Gestik ihren Pullover auszog. "Na, findest du das attraktiv?" - "Jetzt nicht . . . Vielleicht später." Ab 13 Jahren ist das Stück gedacht, aber auch die Erwachsenen amüsierten sich am Eröffnungsabend.

Bis Samstag, 8. Oktober, gibt es noch viel mehr Theater für Kinder und Jugendliche zu sehen. Die Veranstalter - die Stadt Ottweiler und das Saarbrücker Theater Überzwerg - zeigten sich stolz auf den Spielplan: Er freue sich sehr, die bekanntesten und besten Jugendtheater Deutschlands zu Gast zu haben, sagte Bürgermeister Holger Schäfer und betonte den pädagogischen Wert kultureller Bildung.

Zum Ende des Festivals wird die Stadt übrigens erstmals die beste Produktion mit einem Theaterpreis würdigen. "Damit wollen wir die Künstler unterstützen und gleichzeitig einen Anreiz schaffen, dass weiterhin tolle Theater nach Ottweiler kommen", so Schäfer. Vom Theater Überzwerg begrüßte der künstlerische Leiter Bob Ziegenbalg das Publikum, außerdem sprach als Vertreterin des Schirmherrn, Kultusminister Ulrich Commerçon , Christine Streichert-Clivot, ein Grußwort.

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