| 20:14 Uhr

Leckereien nach afrikanischer Art

Ottweiler. Maholo Nasoso mit Choux und Laso oder doch lieber Madesu und Mbisi - diese Frage haben sich die Frauen der internationalen Kochgruppe sicher gestellt. Wobei, sehr viel wahrscheinlicher ist es, dass sie zwischen Huhn (Maholo) und Fisch (Mbisi) sowie zwischen Gemüse (Choux und Madesu) und Reis (Laso) ausgewählt haben Von SZ-Mitarbeiterin Carolin Grell

Ottweiler. Maholo Nasoso mit Choux und Laso oder doch lieber Madesu und Mbisi - diese Frage haben sich die Frauen der internationalen Kochgruppe sicher gestellt. Wobei, sehr viel wahrscheinlicher ist es, dass sie zwischen Huhn (Maholo) und Fisch (Mbisi) sowie zwischen Gemüse (Choux und Madesu) und Reis (Laso) ausgewählt haben. Oder aber, so einladend wie alles duftete, probierten sie einfach alles.Wie Rosa Rosselli - seit Anfang an Mitglied der Gruppe und gerade an solchen Tagen grundsätzlich ohne Frühstück aus dem Haus. Sie freute sich mit den anderen Frauen auf die Leckereien, die an diesem Tag ausnahmsweise einmal von einem Mann, von Richard Bokumabi aus dem Kongo, zubereitet wurden. Doch ganz so weit war seine Anreise nicht, denn der evangelische Pfarrer lebt schon seit Jahren in Oberthal. Auch dort steht er gerne für seine Familie am Herd und bereitet Gerichte aus der Heimat zu.Vieles hatte er bereits daheim vorbereitet, doch insbesondere der Duftreis wurde frisch zubereitet. Ein wenig im Abseits ließ er bei all den Vorbereitungen in der Küche in der Tenschstraße aber die Frauen der Kochgruppe stehen. Denn normalerweise ist zwar immer ein Mitglied zur "Chefköchin" auserwählt, die anderen Frauen helfen aber eifrig mit. Doch Bokumabi gab den Kochlöffel nicht aus der Hand und rührte, was das Zeug hielt. Auf Einladung von Yvonne Fegert war er zur internationalen Kochgruppe gekommen.Der Duft von Reis und Hühnchen mit zahlreichen teilweise feurigen Gewürzen sorgte schon eine halbe Stunde vor dem Essen bei allen für Magenknurren. Da sorgte Fegert mit ihren Erzählungen dafür, dass die Spannung weiter stieg. "Das Essen ist sehr viel aromatischer als bei uns und wird auch viel länger gekocht. Zudem wird alles frisch zubereitet, da es ja dort keine Kühlmöglichkeiten gibt." Von den Köstlichkeiten wie Schildkröten und Raupen hatte Bokumabi aber zum Glück abgesehen, obwohl, "bei uns wird alles probiert", wie Maria Pelzer von der Stadtverwaltung betonte. Sie trifft sich zweimal im Monat mit den Frauen unterschiedlicher Nationalitäten zum Kochen, aber auch zum Austausch. Denn entstanden ist die Gruppe durch einen Sprachkurs, in dem immer eine Frage den Morgen bestimmte: "Was koche ich heute". Und jetzt, wo Richard Bokumabi in Ottweiler den Frauen gezeigt hat, wie man in seiner Heimat kocht, wird es wohl an manchem Mittagstisch Maholo und Laso geben.




Auf einen Blick Die internationale Kochgruppe trifft sich an jedem 2. Dienstag im Monat um zwölf Uhr sowie an jedem letzten Donnerstag um 17 Uhr. Zudem laden die Frauen an jedem 1. Donnerstag zum Kaffeenachmittag die älteren Bürger ein. Alle Veranstaltungen finden in Ottweiler, Tenschstraße 11 statt. Kontakt: Maria Pelzer, Telefon (06824) 300 828. cim