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Leben und Feiern in der Mitte der Gesellschaft

Leben und Feiern in der Mitte der Gesellschaft

Die Förderschule für geistige Entwicklung hatte am Samstag nach Mainzweiler zum Frühlingsfest eingeladen. Dabei feierte sie ihr 35-jähriges Bestehen sowie das 50-jährige Bestehen ihres Trägers.

. "An der Eric-Carle-Schule, ja da ist was los", sangen die Kinder und hätten es kaum besser treffen können mit ihrem Liedtext. An diesem Samstagnachmittag wimmelte es an und um die Förderschule für geistige Entwicklung in Ottweiler nur so von Schülern, Geschwisterkindern, Eltern und Großeltern. Auch Vertreter der Politik, wie Bürgermeister Holger Schäfer und der Neunkircher Beigeordnete Sören Meng hatten sich unter die Gäste gemischt. Mit diesem Frühlingsfest feierte die Schule ihr 35-jähriges Bestehen und gleichzeitig das 50- jährige Bestehen ihres Trägers, der Lebenshilfe Neunkirchen. Schulleiter Sascha Mechenbier begrüßte die Besucher in der Turnhalle Mainzweiler , die direkt an das Schulgebäude anschließt, und führte durch eine lockere Feierstunde.

Rund 65 Schülern im Alter von sechs bis 18 Jahren ist die Eric-Carle-Schule so etwas wie ein zweites Zuhause. 35 Kinder besuchen zudem den integrativen Kindergarten, der Kinder mit und ohne geistige Behinderung aufnimmt. In naher Zukunft soll nach Möglichkeit auch noch eine Kinderkrippe eingerichtet werden. Vom Geschäftsführer der Lebenshilfe Neunkirchen, Jürgen Müller, gab es viel Lob für die "35-jährige Erfolgsgeschichte". Von Anfang an habe es im Mittelpunkt aller Anstrengungen gestanden, Kindern mit geistiger Behinderung ein Leben in der Mitte der Gesellschaft zu ermöglichen, Hilfestellung für eine selbstständige Lebensführung zu geben und bei der Entfaltung der Persönlichkeit zu unterstützen. Und noch etwas sei besonders wichtig: "Dass die Kinder wissen, dass sie in dieser Schule jederzeit willkommen sind."

Die Schüler ließen es sich nicht nehmen, die Gäste auch noch selbst zu begrüßen, mit Liedern und Aufführungen. Unter den Jugendlichen, die mit ihren Musikinstrumenten bereit saßen, waren auch die 17-jährige Jasmin Markus und die 13-jährige Melanie Strom. Nervös seien sie nicht, sagten sie. "Das ist eigentlich immer ganz cool, für andere zu spielen." An ihrer Schule gefalle ihnen besonders, dass man sich gegenseitig viel helfe. In dem folgenden Singspiel wanderten ein Käfer, eine Spinne, ein Vogel und andere Tiere, die sich vor einem Unwetter in Sicherheit brachten, durch die Halle. Bei einer Trommel-Performance mit selbst gebauten Trommeln aus roten Gymnastikbällen in Kübeln ging es dann so richtig zur Sache. Vom Publikum gab es großen Applaus.

Die Schüler strahlten, die Lehrer waren stolz. "In solchen Momenten sieht man, warum die Kinder an unsere Schule kommen", freute sich Mechenbier. Nach dem offiziellen Teil wurde im Freien weitergefeiert. Für die Zukunft will die Eric-Carle-Schule im Sinne der Inklusion ihre Zusammenarbeit mit Schulen der Umgebung noch verstärken.