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Junger Geiger begeistert Publikum bei Kreishauskonzert

Ottweiler. Manchmal lächelt er, der kleine Mann aus Sibirien. Immer dann, wenn die Melodie, die er seiner Geige entlockt, eine fröhliche Wendung nimmt. Alexey Galikhanov nahm am Freitagabend seine Zuhörer im Historischen Sitzungssaal des Landratsamtes in Ottweiler auf eine Reise in die klassische Musik mit und begeisterte alle.Schon mit fünf Jahren begann er, Geige zu spielen und ist heute - noch nicht einmal 25 Jahre alt - Preisträger zahlreicher nationaler und internationaler Wettbewerbe für Violine. iri

Einer seiner Lehrer, der renommierte Violinprofessor Zakhar Bron, der auch David Garrett unterrichtete, bescheinigt dem jungen Mann "hohe Professionalität, ein ausgezeichnetes Gefühl der Form und des Stiles und einen schönen, melodischen Klang". Diesen Klang genossen die Gäste des Kreishauskonzertes in vollen Zügen. Schon gleich nach seinem ersten Stück, "Kleiner Wiener Marsch" von Fritz Kreisler, wurden Bravo-Rufe laut. Entgegen der Ankündigung im Programmheft, das als Klavierbegleitung die Georgierin Marina Kavtaradze auswies, wurde Alexey Galikhanov von Grigori Meschelischwili begleitet.

Verhalten und unaufdringlich unterstützte er das virtuose Geigenspiel von Alexey, ohne sich je in den Vordergrund zu drängen. Ihm und seinem spontanen Einspringen galt der besondere Dank von Dieter Kuhn, der die Kreishauskonzerte mitorganisiert und gestaltet. Und das mit viel Herzblut und einer großen Liebe zur klassischen Musik. Und doch sei es so, wie er im Gespräch verlauten ließ, dass man darüber nachdenke, diese Konzertreihe mangels Zuspruch einzustellen: "Natürlich ist das hier nicht die Sommeralm." Da hat er sicher recht. Große Massen wird man für ein Violinkonzert mit einem noch recht unbekannten Künstler nicht bewegen. Aber all die, die nach dem letzten Stück von Alexey, "La ronde des Lutins", mit rasanten Tonfolgen und mit großer Fingerfertigkeit gespielt, dem Künstler ihren Respekt zollten und sich von ihren Stühlen erhoben, werden sich auch die nächsten Kreishauskonzerte nicht entgehen lassen.