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Reaktionen aufs Buch
Jüdische Familiensaga mit Ottweiler Lokalkolorit

 Delphine Coblenz (geb. 1819) ist die Stammmutter der Binger Linie der Familie Coblenz.
Delphine Coblenz (geb. 1819) ist die Stammmutter der Binger Linie der Familie Coblenz. FOTO: NEUMEdIER.de
Ottweiler. Buch schildert die Geschichte der Familie Coblenz, die Anfang des 19. Jahrhundert im Saarland lebte.

In der Aula des Gymnasiums Ottweiler wird am Dienstag, 7. November, 19 Uhr, das Buch „Die jüdische Familie Simon Zacharias Coblenz (1836 – 1910) aus Bingen“ vorgestellt. Wie es in der Pressemitteilung aus dem Ottweiler Rathaus heißt, gab es auf die Publikation bereits erste Reaktionen aus nah und fern. Der Bexbacher Genealoge Wolfgang Tennigkeit, dem die Verfasser neben vielen biographischen Daten auch die Kontakte zu französischen Genealogen verdanken, äußerte sich: „Meinen Glückwunsch an die beiden Autoren. Eine gute Arbeit, leicht zu lesen und Bilder in sehr guter Qualität. Eine wunderbare Quelle für einen Familienforscher.“


Professor Friedemann Hellwig, Vorsitzender des „Vereins zur Erforschung der Geschichte der Juden in Blankenese“, teilte den Verfassern mit: „Mit Bewunderung lese ich in dem Buch so viele Einzelheiten aus dem Leben der jeweiligen Familienmitglieder und staune, was Sie alles haben zusammentragen und lebendig machen können. [...] Anlässlich des Jubiläums des Hamburger Instituts für die Geschichte der deutschen Juden wurde auch über die Juden im Weinhandel referiert und deren ungemein wichtige Rolle darin deutlich gemacht. Und der Name Coblenz kam natürlich recht prominent auch darin vor.“

Für die Ottweiler Lokalgeschichte gewinnt die vorgelegte Darstellung dadurch besonderen Wert, dass sie am Beispiel der jüdischen Familie Jakob Coblenz den Aufstieg aus dem Landjudentum in die bürgerliche Gesellschaft Deutschlands aufzeigt. Der Lebensweg von Simon Zacharias Coblenz kann als Paradigma für den wirtschaftlichen Aufstieg gesehen werden, die Biographie seiner Tochter Ida Coblenz-Dehmel als Bespiel für den wachsenden Einfluss im kulturellen Bereich.



In „Daija“, der unveröffentlichten Autobiographie Ida Dehmels, deren unterschiedliche Fassungen die Handschriftenabteilung der Staats- und Universitätsbibliothek den Autoren zugänglich machte, finden sich zudem einige wenige Hinweise auf das private Lebensumfeld der Familie Jakob Coblenz in Ottweiler.
Ein weiterer Gewinn für die Lokalgeschichte Ottweilers liegt nach Auffassung der Autoren darin, dass es ihnen gelungen ist, Porträts in Öl von Familienmitgliedern in einem Pfarrhaus in Lich (Hessen) aufzustöbern und die Personen schlüssig zu identifizieren.

Die Anfertigung der Porträts, die ursprünglich im Wohnhaus des Simon Zacharias Coblenz in Bingen hingen, spiegelte das wachsende Selbstbewusstsein der Familie. Zu den Bildnissen zählen ein Porträt des 1806 als zweites Kind des Ehepaares Jakob und Charlotte (Hebele) Coblenz in Ottweiler geborenen Daniel sowie der 1819 als achtes Kind geborenen Delphine (Theile) Coblenz, der Stammmutter der Binger Linie. Neben den Ölgemälden konnten die Verfasser eine Vielzahl von Fotos aus dem Privatbesitz der Nachfahren oder aus Archiven nutzen.

 Auch dieses Gemälde von Daniel Coblenz (geb. 1806) wurde entdeckt.
Auch dieses Gemälde von Daniel Coblenz (geb. 1806) wurde entdeckt. FOTO: NEUMEdIER.de