Jubiläumsfest fürs Gotteshaus

Ottweiler. Längst sind die Karussells wieder aus der Ottweiler Altstadt verschwunden, denn die Kirmes, oder besser gesagt, das ursprüngliche Fest der Kirchweih, ist in Ottweiler immer am ersten Wochenende im September. Und um dieses Datum herum, am 8. September, findet man im Kalender den Tag "Maria Geburt", der Namensgeber für die Pfarrkirche ist

Ottweiler. Längst sind die Karussells wieder aus der Ottweiler Altstadt verschwunden, denn die Kirmes, oder besser gesagt, das ursprüngliche Fest der Kirchweih, ist in Ottweiler immer am ersten Wochenende im September. Und um dieses Datum herum, am 8. September, findet man im Kalender den Tag "Maria Geburt", der Namensgeber für die Pfarrkirche ist. Die feiert am morgigen Sonntag noch einmal ganz groß ihr Patronatsfest. Denn vor 175 Jahren, am 21. September 1834, wurde die Kirche in der Wilhelm-Heinrich Straße geweiht und ist seither Herberge für die katholischen Christen in Ottweiler. Und die werden am Sonntag nach dem Festgottesdienst "etwas feiern", wie Pater Otto Kutka, seit zwei Jahren Pastor in der Gemeinde Maria Geburt, erklärt. Gefeiert wird mit all den Gruppen, die die Pfarrgemeinde ausmachen, angefangen vom Chor über die KfD bis hin zum Saalteam, das untrennbar zur Gemeinde gehört. Doch die Pfarrkirche, deren Grundsteinlegung im Herrengarten 1832 erfolgte, war nicht von Anfang an das Gotteshaus der Katholiken in Ottweiler. Schon 864 ließ Adventius, Bischof von Metz, auf dem Hahnenberg ein Kloster errichten. Im 13. Jahrhundert wurde an gleicher Stelle eine Benediktinerkirche errichtet. Seit Mitte des 14. Jahrhunderts gab es die Metchtildskapelle, die heute Teil der evangelischen Kirche in Ottweiler ist. König Ludwig XIV. ließ 1680 eine kleine Garnisonskirche gegenüber dem heutigen Standort der Pfarrkirche Maria Geburt errichten, die jedoch 1830 wegen Baufälligkeit geschlossen wurde. Bereits zehn Jahre zuvor wurde gegenüber das heutige Pfarrhaus, das ursprünglich als Schulhaus gedacht war, gebaut. Das hohe Alter von 180 Jahren würde man, wenn man im Büro des Pastors sitzt, nicht vermuten. "Doch dann müssen sie mal in den Keller gehen", sagt Pater Otto. Durch die Ersteigerung von zwei Parzellen im Herrengarten gegenüber der baufälligen Kirche konnte schließlich ein neues katholisches Gotteshaus neben dem Pfarrhaus errichtet werden. So steht die klassizistische Saalkirche direkt an der Straße und fügt sich in die Häuserfassade ein. Der Turm ist gerade mal sechs Meter hoch und der Eingang recht schlicht gehalten. Das Innere der Kirche ist sehr freundlich, viele große Fenster durchfluten den Innenraum mit Tageslicht. Doch trotz vieler Sanierungsarbeiten ist der Bau in die Jahre gekommen, wie Manfred Woll, Vorsitzender des Kirchbaufördervereins weiß. Vor zwei Jahren hat er mit einigen Mitstreitern den Verein ins Leben gerufen und inzwischen bekunden mehr als 100 Mitglieder ihr Interesse an dem Kirchbau. So konnte mit ihren Spenden im vergangenen Jahr ein neues Portal gebaut werden, durch das am Sonntag um 10.30 Uhr hoffentlich viele Besucher des Festgottesdiensts in ihre Ottweiler Kirche kommen werden.