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Ausstellung
Johann Zank stellt seine Werke aus

Ottweiler. () „Früher“, so erzählt Johann Zank bei den Vorbereitungen für die Ausstellung, „mochte ich meine Bilder niemandem zeigen. Ich ließ einige davon ab und zu auf dem Gelände, hinter unserer Großwohnsiedlung ‚liegen’.

Niemand wusste, dass ich die gemalt hatte, aber meine Freunde fanden sie klasse“. Er, der 1963 in West-Rumänien (Transsylvanien) geboren wurde, entdeckte seine Liebe zum Malen im Schulalter. Es waren vor allem die Farben, die ihn faszinierten. „Wenn ich heute die Bilder aus dieser Zeit betrachte — es sind meist Aquarelle — so sind diese genau so trist und grau wie die Realität in der wir lebten“, erzählt der Künstler weiter. Seine zweite Liebe galt der Mathematik und auf dem Gymnasium hat er die Welt der Zahlen und der Physik für sich entdeckt. Nach dem Studium Ingenieurwesen-Maschinenbau und der rumänischen Revolution ist er zusammen mit seiner Frau 1990 nach Deutschland ausgewandert. „Wir sind mit rumänischen Pässen in einer Nacht und Nebel Aktion über die damalige tschechoslowakische Grenze mit der Bahn nach Nürnberg gefahren; immer mit der Angst im Nacken, dass uns jemand stoppt...“ Obwohl die Auswanderung eine freie Entscheidung war, war der Neubeginn in der „Fremde“ nicht einfach, wenngleich die Chancen für beide unvorstellbar gut waren.


Seit Jahren hatte Johann Zank keinen Pinsel oder Farben mehr angerührt; als er durch Zufall in einem Baumarkt die sogenannten „Künstler Acryl Farben“ entdeckte. Er war begeistert, wollte alles kaufen und sofort mitnehmen. Obwohl er damals in sehr bescheidenen Verhältnissen lebte, kam er mit Farbtuben, Pinsel und Leinwand nach Hause. Aber seine künstlerische Seite hatte lange Zeit brachgelegen und so musste er erst wieder hineinfinden in den kreativen Schaffensprozess, in die Freude am Experimentieren und Gestalten mit Farben und Formen. In dieser Phase kopierte er viele Motive seines Lieblingskünstlers Franz Marc. Es folgten Motive von Picasso und anderen Künstlern.

Doch plötzlich war die lähmende Leere verschwunden. Das Kind in ihm war erwacht und wollte seine eigenen Bilder malen: Landschaften, Abstraktes, Blumen, Katzen, Städte, das Universum – am liebsten alles zugleich. Er hatte mehr Ideen als Kapazitäten. „Bis heute sind meine Bilder wie Kinder, die sich nicht entscheiden können; sie sind ‚Querbeet’ – nicht perfekt, sozusagen die Bilder eines ‚großen Kindes’.

Die Ausstellung ist ab 18. Juli bis Ende Oktober in der Galerie der Marienhausklinik Ottweiler zu sehen.