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In der Eric Carle Schule betreibt die Schülerfirma Pagels eleven ein Bistro

Eric-Carle-Schule : Und Geld gibt es auch noch dafür

In der Eric-Carle-Schule in Mainzweiler betreibt die Schülerfirma Pagels eleven mit großem Erfolg ein Bistro.

„Man muss rechnen und mit Geld umgehen können“, antwortet Melissa auf die Frage, was für die Arbeit im Bistro der Eric-Carle-Schule, einer von der Lebenshilfewerk im Kreis Neunkirchen getragenen Förderschule geistige Entwicklung im Ottweiler Stadtteil Mainzweiler wichtig ist. Die 18-Jährige gehört zu der Schülerfirma, die seit Beginn des neuen Schuljahres das Bistro Pagels eleven in der Schule betreibt. Das teilt die Lebenshilfe mit. Ausgestattet mit schwarzen Schürzen und Mützen verkaufen die Schülerinnen und Schüler Getränke und leckere Snacks, bereiten Kaffeespezialitäten zu, backen Brezeln und Baguettes auf oder belegen Brötchen mit Schnitzel oder Frikadellen.

Die Idee zu der Gründung der Schülerfirma hatten Stefanie und Björn Pantelmann, die beide als Lehrkräfte an der Eric-Carle-Schule arbeiten. Ob Geschirr spülen, Schürzen waschen, einkaufen oder den Dienstplan erstellen – für die Arbeit im Bistro müssen die Schülerinnen und Schüler komplexe Herausforderungen meistern. Der Name Pagels eleven ist schnell erklärt: „Es gibt einen Schüler,der uns immer mit Pagelmann statt mit Pantelmann angeredet hat, deshalb haben wir die Abkürzung Pagels gewählt “, erläutert Pantelmann. Da sich elf Schülerinnen und Schüler im Bistro engagieren, lag der Zusatz „eleven“ nahe.

„Im Bistro habe ich gelernt, wie man backt“, erzählt stolz der zwölfjährige Marlon. Die Zufriedenheit ihrer Gäste ist für die Jugendlichen sehr wichtig. Deshalb führten sie in der Schule eine Kundenbefragung durch und baten um Verbesserungsvorschläge, die sie nach Möglichkeit auch umsetzten. „Dass wir jetzt auch Schnitzelweck und Frikadellen im Angebot haben, ist auf die Kundenbefragung zurückzuführen“, informiert Pantelmann. Innerhalb der Schülerfirma sind die Aufgaben klar verteilt. So kümmert sich die 19-jährige Zaid als Chefeinkäuferin um die Vorratshaltung. Auch eine Personalchefin hat die Firma, die nicht nur für die Dienstpläne verantwortlich ist, sondern am Monatsende auch das Gehalt verteilt. „Das konnten einige der Schülerinnen und Schüler kaum fassen, dass sie für eine Arbeit, die ihnen Spaß macht, auch noch Geld bekommen“, erzählt Björn Pantelmann. Mit den Schülern wurden Arbeitsverträge abgeschlossen. Stolz zeigen sie die Urkunden vom Kreisgesundheitsamt in Neunkirchen, auf denen ihnen bescheinigt wird, dass sie an einer Hygieneschulung teilgenommen haben. „Bevor man Lebensmittel anfasst, muss man sich immer die Hände waschen und die Mütze aufziehen“, zählt die 17-jährige Abeer einige Punkte auf, die für die Arbeit im Bistro wichtig sind. „Es macht Spaß, hier zu arbeiten“, sind sich die 15-jährige Jessica und die 17-jährige Evelyn einig.

„Durch das Bistro haben einige der Schüler gelernt, Hemmungen abzubauen und Kontakte nach außen aufzubauen“, schildert das Ehepaar Pantelmann seine Erfahrungen. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler der Schule sowie Besucher haben das Bistro gut angenommen. „Wir könnten uns vorstellen, das Bistro irgendwann auch für Gäste von außen zu öffnen und in den Sommermonaten Außengastronomie anzubieten“, gewährt Stefanie Pantelmann einen Einblick in künftige Planungen.

Im Zentrum für Integration und berufliche Integration des Werkstattzentrums für behinderte Menschen der Lebenshilfe in Neunkirchen, in dem die Jugendlichen nach Beendigung ihrer Schulzeit auf ihr späteres Berufsleben vorbereitet werden, gibt es bereits seit Jahren ein Bistro. „Jugendliche, die in der Schule jetzt schon Freude an der Arbeit im Bistro haben, sind auf diese Tätigkeit im ZIB später bestens vorbereitet“, findet Björn Pantelmann zurecht.