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Holger Schäfer, CDU, will in Ottweiler Bürgermeister bleiben

Bürgermeister-Kandidat : Für den Amtsinhaber steht Pflicht vor Kür

Holger Schäfer (51) will als CDU-Kandidat seinen Arbeitsplatz als Chef der Ottweiler Verwaltung verteidigen.

Zu wenig Gestaltungswille? Zu wenig Visionäres? „Das ist keine Kritik“, sagt Holger Schäfer. Der amtierende Bürgermeister Ottweilers (CDU) möchte eine weitere Amtszeit im Rathaus dranhängen. Den Attacken der Konkurrenz begegnet er nüchtern: „Wenn ich mir die Rahmenbedingungen anschaue, dann sind das alles Regulierende die Finanzen.“ Die kommunale Infrastruktur auf der einen Seite und die Schuldenbremse auf der anderen seien der Taktgeber für jegliches Verwaltungshandeln. „Ich lege dem Stadtrat keinen politischen Haushalt vor“, sagt der Verwaltungschef, „ich lege einen Haushalt vor nach den Prioritäten und Notwendigkeiten des Handelns, um die Infrastruktur, die wir haben, wenigstens zu erhalten.“ Seit Einführung der Schuldenbremse erlebte die Stadt sieben magere Jahre, mit dem Saarland-Pakt, der die Kommunen deutlich entschulden soll, komme jetzt ein guter Ansatz. „Aber reicht das?“, fragt Schäfer, um sich selbst die Antwort zu geben: „Die Entlastung bei den Kassenkrediten um 50 Prozent ist gut, aber das Grundproblem ist nicht gelöst.“ Dabei hat er insbesondere die Kreisumlage im Blick, über die die Gemeinden einen großen Teil der Aufgaben der Kreis-Verwaltungsebene finanzieren. Die Sozialleistungen gelte es anders zu organisieren, ansonsten blieben die Probleme der Städte und Gemeinden bestehen.

Innerhalb des gegebenen Finanzrahmens sei er zum Verwalten gezwungen, die Pflichtaufgaben, betont Schäfer, stehen bei seiner Arbeit klar im Vordergrund. Und er sieht jenseits des Bürgermeister-Wahlkampfes Zustimmung: „Die Investitionen und der Haushalt sind im Stadtrat einstimmig beschlossen worden. Das im Wahljahr! Da kann nicht viel falsch sein.“ Die Finanzen solide zu ordnen, habe er als Wahlversprechen 2012 gegeben und diesen Pfad über die Jahre auch nicht verlassen. So ganz ohne Idee, wie sich die Stadt Ottweiler in den kommenden Jahren entwickeln könnte, ist Holger Schäfer gleichwohl nicht. Die Kultur sei in der Stadt schon relativ gut aufgestellt, ein „riesen Potenzial“ sieht er im Tourismus mit Blick auf die Natur im Stadtgebiet und die historische Altstadt.

„Wir haben keine große Flächenkulisse für Industrieansiedlung, in der Überlegung ist ein Gewerbegebiet mit Schiffweiler“, erläutert er. Darüber hinaus müsse die Stadt mit ihren attraktiven Seiten werben. Ein Hotel ansiedeln, um Touristen vor Ort auf den Weg zu bringen, schwebt Schäfer vor. Geschehen sei in den vergangenen Jahren schon einiges: Der Wingertsweiher sei wieder ein Platz der Naherholung. Die Stellplätze für Wohnmobile ums Doppelte erweitert, Wanderwege „aufgehübscht“. Aber auch an diesem Punkt des Gesprächs dominiert der rationale Part: „Im Tourismus würde sich vieles entwickeln lassen, wenn wir das Geld dazu hätten.“ Zudem sei er von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt, nicht von den Gästen der Stadt. Und die Menschen in Ottweiler, betont Schäfer, bekämen in kürzester Zeit Termine bei ihm. „Bis das Problem gelöst oder eben nicht gelöst ist. Es gibt nicht immer eine Lösung.“ Bürger schrieben ihn über die sozialen Medien an, eine große Bürgernähe sei heute möglich.

Einen weiteren Punkt, in dem sich Ottweiler entwickeln soll, sieht Schäfer in der Nachhaltigkeit. Das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement, Ifas, aus Birkenfeld unterstützt saarländische Gemeinden, die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen umzusetzen. Ottweiler ist dabei. Und, betont Schäfer, erfülle schon heute die wesentlichen Punkte.