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Hohes Niveau bei Studenten und Dozenten

Hohes Niveau bei Studenten und Dozenten

Junge aufstrebende Talente aus insgesamt 14 Nationen nahmen an der Seminarwoche teil. Erstmals wurde ein neues Modell ausprobiert, bei dem die jungen Akkordeonisten von Weltstars unterrichtet wurden.

Aus den wegen der Hitze offen stehenden Fenstern wehten eine Woche lang, oft bis in die Nacht hinein, Akkordeonklänge. Nun ist die 14. Internationale Akkordeon Seminarwoche in der Landesakademie für Musisch-Kulturelle Bildung in Ottweiler auch schon wieder Geschichte. Seit 1985 finden diese Seminare alle zwei Jahre statt, Veranstalter ist der Saarländische Akkordeonverband.

Traditionell endet die Woche für die hoch begabten Studentinnen und Studenten und ihre namhaften Dozenten mit dem Teilnehmerkonzert in der Ottweiler Ellipse. Kursleiterin Kerstin Bludau-Weitzel und ihr Team waren erfreut über die Rekordteilnehmerzahl. 41 Musikerinnen und Musiker aus 14 Nationen waren heuer in Ottweiler dabei. Alle hätten unter der Hitze gelitten, räumte Bludau-Weitzel ein. "Zur Abkühlung haben wir hinterm Haus ein Plantschbecken aufgestellt, das hat dann schon geholfen". Sie lobte das "hervorragende Dozententeam", das zusammen mit den Seminaristen hart gearbeitet habe. Aber immer wieder sei die Landesakademie in Ottweiler ein äußerst angenehmer Ort zum Arbeiten.

Nachdem vor einer Woche die Dozenten zum Auftakt der Seminarwoche ihren Auftritt hatten, gehörte das Abschlusskonzert ganz dem talentierten, virtuosen Nachwuchs. Schostakowitsch, Lindberg, Bach oder Mossenmark gehörten zu den Komponisten, deren Werke zu hören waren.

Der Saarländische Akkordeon-Verband probierte für die jetzt zu Ende gegangene Begegnung erstmals ein neues Modell aus, das offenbar zündete, erläuterte Kerstin Bludau-Weitzel. "Meisterkurse, bei denen Interpreten für eine kurze Zeit von einem berühmten Meister gecoacht werden, finden vielerorts statt. Bei uns werden die Spieler aber in einem Rotationssystem von gleich drei Weltstars unterrichtet. Begleitend finden ein Jazz-Improvisationskurs und pädagogische Fortbildung statt." Dieses weltweit einzigartige Arrangement wirke offenbar wie ein Magnet auf die besten jungen Akkordeonisten vieler Länder. Die weitesten Wege für Europäer legten zwei isländische Solisten zurück, die größte Entfernung insgesamt oblag wohl den chinesischen Teilnehmern. Einer von ihnen brachte dieBegeisterung auf den Punkt: "Das Saarland hat die schöne Saarschleife, das Weltkulturerbe in Völklingen - und die Internationale Akkordeon-Seminarwoche."

Der Senior des achtköpfigen Dozententeams, der Schwede Lars Holm, der sein Studium in die 60er Jahre absolvierte, bilanzierte hocherfreut "Dieses Niveau hatten wir uns früher nicht einmal erträumen können."