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Für noch mehr Willkommenskultur im Kreis Neunkirchen

Für noch mehr Willkommenskultur im Kreis Neunkirchen

Der Landkreis Neunkirchen arbeitet ab sofort mit der Transferagentur Rheinland-Pfalz - Saarland zusammen. Dabei geht es um die Koordination von Bildungsangeboten für Flüchtlinge.

Bildungsangebote für Flüchtlinge , respektive Sprachkurse , gibt es mittlerweile reichlich. Vereine, staatliche Institutionen, kirchliche Träger und private Unternehmen mischen alle fleißig mit. Da die Übersicht zu behalten, dürfte selbst Profis langsam schwer fallen. Das könnte sich ab Herbst ändern. Läuft alles nach Plan, nimmt dann ein sogenannter Bildungskoordinator seine Arbeit auf. Nachdem er sich eine Übersicht aller Angebote im Kreis verschafft hat, soll er oder sie Interessenten gezielt dazu beraten.

Einen ersten Schritt auf dem Weg dorthin vollzogen am Montagvormittag Landrat Sören Meng und Katja Wolf, Leiterin der Transferagentur Rheinland-Pfalz - Saarland mit der Unterzeichnung einer entsprechenden Zielvereinbarung. Die Transferagentur wird bei der Antragstellung für die Schaffung einer solchen Stelle behilflich sein. Zudem unterstützt sie den Landkreis bei der Situationsanalyse und der Entwicklung konkreter Strategien zur Abstimmung der Bildungsaktivitäten. Ergänzend dazu kommen Schulungsangebote für den künftigen Bildungskoordinator. Dessen zunächst auf zwei Jahre befristete Stelle mit einem Finanzvolumen von circa 100 000 Euro realisiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen eines speziellen Förderprogrammes. Und auch die Hilfe der Transferagentur "kostet uns nichts", stellte Meng beim Pressegespräch klar.

"Sprache und Bildung sehe ich als wesentliche Schlüssel für eine erfolgreiche Integration", erklärte der Landrat. "Die Energie und der starken Willen dieser Menschen, sich zu integrieren, sind deutlich zu spüren. " Eine "echte Willkommenskultur" brauche Strukturen, die im Landkreis glücklicher Weise bereits vorhanden seien. Auf diese kann der künftige Bildungskoordinator zurückgreifen, "um ein solides Netzwerk aufzubauen".

Innerhalb des Netzwerkes sollen bestehende Maßnahmen und Angebote besser aufeinander abgestimmt werden. "Wir wollen Doppelstrukturen vermeiden", betonte Meng. Er erhofft sich von der Koordination aller zur Verfügung stehenden Orientierungs- und Beratungsangebote eine bestmögliche Unterstützung der Neuzugewanderten - ob beim Einstieg in Kita, Schule oder die berufliche Aus- und Weiterbildung. Aktuell sind 2240 Flüchtlinge auf die einzelnen Gemeinden im Landkreis Neunkirchen verteilt. Auch wenn ihnen im Moment noch kein Bildungskoordinator den Weg weist, profitieren sie doch in Kürze von einer neu eingerichteten zentralen Anlaufstelle im Landkreis. Das sogenannte "Welcome Center" soll noch in dieser Woche seine Arbeit aufnehmen, kündigte Landrat Meng an. Angesiedelt ist es bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, die ihren Sitz im Neunkircher Gewerbegebiet König hat. Ob dort auch der Bildungskoordinator untergebracht wird oder man mit beiden Angeboten an einen für Nichtautofahrer besser erreichbaren Standort wechselt, sei noch offen.